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Eintracht macht Bad Sodener Hasselgrundhalle zum Adlerhorst

Montag, 01. März 2010, 16:43

Damen 1 - Regionalliga

Die Trainervorgabe war klar: Einen Satz gewinnen, den Tabellenführer ein wenig ärgern – was dabei herauskam: Ein gewonnenes Spiel, teilweise verdutzte Sodener Gesichter, jubelnde Frankfurter Fans, 8 Flaschen Sekt und natürlich überglückliche EintrachtlerInnen, die nach einer Spielzeit von 2:10 h mit …

Und ich flieg, flieg, flieg wie ein Adler,
Bin so stark, stark, stark wie ein Adler,
Und so groß, groß, groß wie ein Adler,
So hoch oh, oh, oh!
Und ich spring, spring, spring immer wieder…

das Feld als strahlende Sieger verließen!

Was zuvor geschah: Das bereits im Vorfeld als brisante Partie gehandelte Regionalliga-Match der Eintracht gegen die in der laufenden Regionalligasaison erst ein einziges Mal bezwungene TG Bad Soden zog zahlreiche Zuschauer in die Hasselgrundhalle, in der das Derby mit eineinhalbstündiger Verspätung angepfiffen wurde.

Eintrachttrainer Völkel schickte seine Startsechs mit Anne Lutz (Zuspiel), Roxana Cioanga (Diagonal), Mareike Harder und Marlen Muschter (Mitte), Nicole Wolf und Sabine Schäfer (Außenangriff) sowie Jeannette Pfeiffer als Libero ins Rennen. „Wir haben zu Beginn von den Eigenfehlern des Gegners profitiert und dazu einen phänomenalen Start ins Spiel erwischt“, so klingt es aus dem Eintrachtlager. Eintracht Frankfurt überrollte die Heimmannschaft zu Beginn des Satzes und ging völlig unerwartet 6:0 in Führung. Nach einer Auszeit von Soden-Coach Kiesling kam auch die Heimmannschaft in Fahrt.

Das Team um die als Libero wie immer überzeugende Jessica Gutermann kam sogar auf 9:10 heran und es sah ganz danach aus, als würde Soden nun das Blatt wenden können. Die Adler jedoch witterten ihre Chance den ersten Satz für sich zu entscheiden und erarbeiteten sich durch eine stabile Annahme, genaues Zuspiel und sicher verwandelte Bälle bald eine 15:11-Führung, die sie bis zum 25:17 sogar noch deutlich ausbauen konnten.

Satz gewonnen – Soll erfüllt. So wirkten die Adler, als sie nach dem euphorischen Start in den zweiten Spielabschnitt gingen. Diesmal waren es die Kurstädterinnen, die den Satz diktierten. Das Spiel schien nach Wünschen der Sodener zu kippen. 6:12 lag die Eintracht bereits hinten und konnte in diesem Satz auch nicht mehr nennenswert an Boden gutmachen. 13:25 war das ernüchternde Ergebnis, dass dem Gegnern wieder Aufwind gab, den Adlern dagegen den Wind aus den Flügeln nahm.

Was die Zuschauer im nächsten Satz sahen, war jedoch alles andere als eine aufsteckende Eintracht. Frankfurt, nun mit Josefine Fuhr auf der Diagonalen (für Cioanga), kam wieder in Fahrt und zeigte den Hausherrinnen, mit wem sie es am heutigen Nachmittag zu tun haben sollten. Über 5:1 und 18:14 steuerten die Adler zielstrebig in Richtung zweiter Satzgewinn. In gewohnter Manier und nach zwei genommenen Auszeiten betätigte jedoch auch Soden wieder das Gaspedal, wechselte Rebecca Schäfer für Inga Stein ein und kämpfte sich auf 19:19 heran. Auch der Frankfurter Wechsel Ciaonga für Sabine Schäfer konnte die Sodener in dieser Phase nicht stoppen. Vermutlich noch den deutlichen 3:0-Sieg aus dem Saarlouis–Spiel im Hinterkopf lies nun der TG Flügel wachsen. Nach knapp 30 Minuten und umkämpften Punkten entschieden die Sodener auch diesen Satz für sich (25:22) und alle Vorzeichen zeigten auf ein standesgemäßes 3:1 für die Heimmannschaft.

Während sich die Zuschauer schon einigermaßen entspannt zurücklehnten, kam nun die Stunde der Eintracht aus Frankfurt. 5:1 stand es bereits nach wenigen Minuten und Soden nahm die erste Auszeit. Das Kämpferherz des Adlers war entfacht und die Eintracht schmetterte und blockte was das Zeug hielt. Derart überrumpelt und den Atem des Gespenstes Tie-Break im Nacken spürend, wechselte sich Spielertrainerin Elena Kiesling selbst ein. Der eigentliche Erfolgsgarant, der jahrelange Erstliga-Erfahrung vorweisen kann, wurde aber auch vom ersten Block der Eintracht schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Eintracht stand wie eine Wand, an der weder Kiesling, noch Wesche noch Becker vorbeikamen. Die Eintracht-Festung schien uneinnehmbar – und das war sie auch! Selbst als Soden nach starken Aktionen beim 22:23 noch einmal aufschließen konnten, demonstrierte die Eintracht ihre mentale Stärke. 25:22 hieß es nach gerade einmal 17 Spielminuten und die nächste Sensation war perfekt. Nach Satz 4 zogen die Adler zum 2:2 in Sätzen mit Bad Soden gleich.

Spielabschnitt Nummer 5 begann für die Eintracht so, wie der letzte geendet hatte. Annahme, Zuspiel, Angriff – Punkt. Aufschlag, Block – Punkt. Bad Soden verzweifelte scheinbar angesichts des in dieser Phase (0:5) übermächtigen Gegners. Zahlreiche Eigenfehler der Heimmannschaft ließen diese geradezu erstarren. Trotz des zwischenzeitlichen Aufbäumens der Heimmannschaft verlor diese zusehends den Anschluss. 11:5-Führung im Tie-Break gegen die TG Bad Soden, das hatte sich kein Adler vorher zu träumen gewagt, war doch der Sieg nun greifbar nahe. Schließlich ging alles recht schnell. Nach dem Seitenwechsel und weiteren 5 Spielminuten war die Sensation perfekt. Der Tie-Break ging mit 15:8 Punkten an die Eintrachtlerinnen.

Es war eine großartige Mannschaftsleistung, ein tolles, sehenswertes Spiel und wie wir finden - ein verdienter Sieg!

Das nächste Spiel der Eintracht findet am 13.3. um 19.30 zu Hause (Paul-Hindemith-Schule, Schwalbacher Str. 71-77) gegen den VC Neuwied statt. Wir freuen uns natürlich wieder über zahlreiche Zuschauer.

Eintracht Frankfurt: Roxana Cioanga, Josefine Fuhr, Anne Lutz, Markeike Harder, Nicole Müller, Marlen Muschter, Jeannette Pfeiffer, Sabine Schäfer, Nicole Wolf, Insa Zubke.

Von: Nicole Wolf


 

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