D1 beendet Talfahrt mit 3:2-Krimi
Montag, 24. Januar 2011, 13:34
Welches ist die effektivste Art und Weise, Zuschauer an den Rand des Wahnsinns zu treiben? Sie sich die Haare raufen und die Fingernägel abnagen zu lassen? Eine adäquate Antwort auf diese Frage kann das Regionalligateam der Frankfurter Eintracht nach dem Spiel am vergangenen Samstag bieten.
Nach ganzen zwei Stunden und sieben Minuten schleppten sich die Damen als Sieger vom Feld und schickten die weit angereisten Gäste aus Saarbrücken mit leeren Händen wieder auf den langen Heimweg. Mit diesem 3:2-Sieg wälzten die Mädels sich und dem Trainergespann einen riesigen Stein vom Herzen: Nach fünf Niederlagen in Folge drohte das Abrutschen in den unteren Tabellenbereich und somit auch das Risiko, zum Abstiegskandidaten zu werden. Doch der wunderschöne, neue 'Adlerhorst' konnte verteidigt werden.
Saarbrückens Reserve reiste zwar nur mit sieben Frauen an, doch unterschätzen sollte man diese Mannschaft auch in zahlenmäßiger Unterlegenheit keineswegs. In den ersten beiden Sätzen sah es ganz danach aus, als könnten die Gäste ihre guten Leistungen aus den vergangenen Spielen auch in Frankfurt fortsetzen. Zwar gingen beide Durchgänge relativ knapp zu Gunsten der Saarländerinnen aus (jeweils zu 22 und 21), doch hatten sie in den entscheidenden Phasen die Nase vorne. Etliche „big points“ und lange Ballwechsel entschieden sie für sich und brachten die Eintrachtlerinnen mit unkonventionell gepritschten und gelegten Bällen in Bedrängnis. Trotz der stabilen Annahme war der Angriff auf Frankfurter Seite nicht durchschlagskräftig genug. So plätscherten zwei Sätze dahin und die Zuschauer fürchteten ein Déjà-Vu der vergangenen Spieltage.
Mit der Pistole auf der Brust spielt es sich bekanntlich nicht unbedingt leichter, doch gibt es mit dem Rücken an der Wand sowieso nur noch den Weg nach vorne (um mal ganz tief in die Sprichwortkiste zu greifen). Und genau den schlug die Eintracht im dritten Satz auch endlich ein: Fiese Angaben, Variabilität am Netz, flinke Füße in der Abwehr und gute Laune von der Tribüne und auf dem Feld sorgten dafür, dass Saarbrücken den Spielwitz einbüßte und somit auch Satz drei und vier. Annahme- und Abwehrchefin Jaqcueline Pfeiffer machte es Zuspielerin Julia Schwarzlose leicht, die Angreifer clever in Szene zu setzen. Der gegnerische Block wurde dank der häufig eingesetzten Mittelblocker immer löchriger und die Angriffe immer spektakulärer. Im fünften Satz flatterten die Nerven dennoch. Die Führung wurde hin und her geschoben und der Satz ging denkbar knapp an die Adlerinnen, die sich den Sieg aber durch ihre mentale Stärke mehr als verdient hatten.
Es spielten: Roxy Cioanga, Alex Wassilko, Kerstin Schmid (MB), Anne Lutz, Franzi Döring, Mareike Harder (AA), Josefine Fuhr, Vicky Graf (D), Julia Schwarzlose (Z), Jeanette und Jacqueline Pfeiffer (L).
Von: aw