Weiltalweg Marathon 18.04.2010
Montag, 19. April 2010, 13:55
Weiltalweg Landschaftsmarathon – Auf und Ab mit happy End.
Am Sonntag stand der erste Marathon für dieses Jahr an, ich hatte mir den Weiltalweg Landschaftsmarathon ausgesucht und war sehr unsicher, wie ich die Strecke mit dem welligen Profil und mit meiner durchwachsenen Vorbereitung schaffen würde. Am Start war ich aber auf Attacke aus. Ich wollte auf jeden Fall probieren, eine Bestzeit zu laufen. 3:45 war mein Ziel und das meiner Freundin, die aus dem Schwäbischen angereist war, ebenfalls. Also schön im vorderen Mittelfeld einsortiert (es wurde nur die Bruttozeit genommen) und es ging mit einem Kanonenschlag los. Erst mal bergab. Zunächst waren wir schneller als die angepeilten 5’20. Bis zum ersten Anstieg. Der war wirklich lang und fies. Ich musste ziemlich Tempo rausnehmen, um nicht schon bei km 7 Laktatparty in den Beinen zu haben. Aber es ging dann ja auch wieder bergab. Da konnte sich mein Puls immer super erholen. Es war schon fast unheimlich wie niedrig der war, trotz des doch flotten Tempos. Nach km 10 bekomme ich Seitenstechen. Nicht schlimm, aber lästig. Wahrscheinlich hat mir das nicht ganz so stille Wasser etwas zu schaffen gemacht.
Bei km 20 merke ich, dass meine Beine in rechter Wade und Oberschenkel kurz vor Krampf sind und ich sage zu meiner Freundin, dass sie laufen soll, ich muss Tempo rausnehmen. Zur Halbmarathonmarke bin ich noch ziemlich genau auf 3:45 Kurs, kann aber keinen 5‘20er Schnitt mehr laufen. Die Muskeln drohen immer mal mit Krampf. Mein Puls total zivil, da müsste doch was gehen - aber die Beine mögen nicht. Ich habe einen ziemlichen Hänger, bis zwischen km 27 und 28 „LAUF CREMA“ auf der Straße steht. Genau das habe ich gebraucht. ⅔ sind geschafft. Komm, jammer nicht, lauf. Eben immer kurz vor Krampf. Bloß nicht drüber. Dehn- und Humpeleinlagen will ich nicht. Km 30 ist geschafft. Puh. Als ich an km 35 bin, schaue ich auf die Uhr. Äh… wenn ich jetzt einen 5‘30er Schnitt laufe, dann… Nee, rechnen ist nicht. Ein 6er Schnitt noch 7 km 42 min. Dann was abziehen… Was hatte ich nochmal für eine Zeit bei km 35? Ok, nächster Versuch bei km 37. Ja, eine PB ist drin, wenn ich nicht komplett einbreche. Ich laufe was halt die Beine hergeben mögen, und laufe super glücklich bei 3:48:43 über die Ziellinie. Geschafft. Meine Freundin wartet auf mich und sie hat auch eine neue PB und das Ziel von sub 3:45 geschafft. Super die Frau. Wie ein Uhrwerk total gleichmäßig durchgelaufen.
Mein Fazit: ein total empfehlenswerter Marathon, sehr schöne Strecke, super Publikum (da wo welches ist), viel Schotterwege, ein fieser Anstieg, einige Wellen und selbst für Flachlandindianer wie mich mit chaotisch-unvollständiger Vorbereitung machbar. Sogar mit neuer Bestzeit… Also: viel riskiert, ein kleines Gefecht verloren, doch insgesamt ein glorreicher Sieg.
Anja Dix
Von: Anja Dix