Triathlon in Hennef 11.07.2010
Samstag, 17. Juli 2010, 11:00
Das Urmel auf dem Hennefer Grill
Sonntag war ich zu meiner 2. OD angetreten, die ich „aus dem Training raus“ bestreiten wollte. Dennoch hatte ich mich entschieden, meinen etwas längeren Lauf schon am Donnerstag zu machen und nicht erst am Samstag, da wir Samstag schon nach Bonn gefahren sind, um dort Freunde zu treffen. Meine Freundin war auch gemeldet für den Triathlon, wollte aber nach dem Radeln aufhören, da ihr Bänderriss noch nicht richtig wieder verheilt war.
In Hennef haben wir erst mal nicht das richtige Parkhaus gefunden, dafür aber dann einen genialen Parkplatz im Schatten und auf dem Weg zum See, direkt vor dem „Hennefer Grill“.
Rad eingecheckt, Wechselplatz eingerichtet. Fertig. Ich war zu hibbelig, um die Schuhe an das Rad zu tüddeln, egal, der Weg von meinem Radparkplatz zum Ausgang war nicht weit.
Dann erst mal Fußmarsch zum See-Schwimmeinstieg. Einige Enten und Schwäne schwammen friedlich rum. Noch. Ich habe mich dann kurz in die Fluten gestürzt, abgekühlt, die Schnappatmung beruhigt und dann wieder raus. Ganz überraschend treffe ich einen Vereinskollegen – super, dass man sich anhand der Kleidung erkennt, denn alle Eintrachtler kenne ich wahrlich nicht. Zum Start standen wir alle im seichten Wasser, bis der Startschuss fiel. Und los. Ich brav hinten, dennoch haben einige anderen Körperkontakt gesucht. Ich habe kurz angehalten, mich orientiert, bin dann aber weitergeschwommen. Halt mein „slow-motion“-Kraul. Noch vor der 2. Boje haben mich einige Brustschwimmer überholt, egal. Ich wollte durchkraulen. Meine größte Sorge war die 2. Startgruppe, die 30 min nach uns gestartet ist. Die Schwimmstrecke war ein Dreieck, wobei die lange Seite (die „Hypotenuse“) 2x geschwommen wurde, danach dann zum Schwimmausstieg an der anderen Seeseite gegenüber des Einstiegs. Als ich wieder auf der „Hypotenuse“ war, war das Feld weit vor mir, hinter mir vielleicht noch 2-3 andere und ein paar Enten und Schwäne neben mir. Irgendwann tauchte ein Kajak auf. Ups, das „Besenkajak“? Nee, es war das Begleitkajak für die nächste Startgruppe. Zum Glück konnte ich geradeaus zum Ausstieg schwimmen, während die testosteronschwangeren Landesligastarter rechts abbiegen mussten. Am Schwimmausstieg standen dann mein Mann und Kumpel und ich teile ihnen freudig mit, dass ich nicht überschwommen wurde...

Jetzt erst mal gaaaaaaaaaanz außen rum um die Wechselzone. Dann rein. Mein Rad habe ich dank des grünen Lenkerbands gleich gefunden ;-) Startnummer, Brille, rein in die Schuhe, Helm, und los. Zum Ausgang war es nicht weit. Am Balken kam ich erst mal nicht in meine Klickies. Mannomann, das Schuhe ans Rad tüddeln hat doch schon was für sich.

Die Radstrecke begann mit einem längeren Anstieg. Kleiner Gang und hochkurbeln. Pusten. Uff. 2-3 Leute konnte ich einsammeln. Ansonsten leer. Naja, bis auf einige Autos, denn die Strecke war nicht komplett gesperrt. Es ging über relativ schattige Straßen, wo teilweise die Straße noch nass vom nächtlichen Gewitter war, und die Luft stand ziemlich. Dennoch war es schön zu radeln. Oben angekommen warteten dann noch ein paar Wellen, bis es bergab ging und relativ flach bis zur 2. Runde. Meine Beine fühlten sich etwas kraftlos an, ich konnte mich nicht so richtig quälen. Es hatte wirklich eher RTF-Charakter ohne Gruppe. Auf der 2. Runde haben mich dann die Liga-Jungs in „Kleingruppen“ überholt. Mist, waren die schnell… Dann fing ich an, an meine Freundin zu denken, die nachdem Radeln aufhören würde. Und dann wahrscheinlich mit den Jungs in die Eisdiele geht… Kurz: ich war herzlich unmotivert, auf die Laufstrecke zu gehen. Am Ende der 2. Runde dann raus aus den Schuhen, runter vom Rad und rein in die Wechselzone.
Dort war meine Freundin noch und ich sagte zu ihr, dass ich keine Lust hätte, zu laufen. Sie hat mich dann verbal ordentlich zusammengefaltet und losgeschickt mit dem Hinweis, dass ich mir gefälligst das Mädel da vorne auf der Laufstrecke noch schnappen solle. Na gut… Ich finde erst mal den Ausgang aus der Wechselzone nicht und laufe zunächst in den falschen Kanal. Zum Glück pfeift mich der Helfer zurück. Gut, dann also da längs. Laufen. Erst mal durch die „Feuerwehrdusche“ bei km 1, sehr schön. Dann die erste Wasserstelle bei km 2,5. Gut. Bei km 4 war ich gar. Auf dem freien Feld brannte die Sonne ziemlich erbarmungslos. km 5 die nächste Wasserstelle und dann auf total öde Feldwegpassage zum Wendepunkt. Ich war platt. Da überholt mich total leichtfüßig ein Mitglied aus dem Triathlon-Forum und ruft „los crema, Laufen ist deine Stärke!“ Naja, gerade fühlte ich mich nicht so… Aber es tat sooooooooo gut!!! Derweil hatte ich 3 Mädels eingesammelt. An der Wendemarke gab es dann ein giftgrünes (!) Zopfgummi an den Arm, ey, das war ja fast wie beim Ironman! Wann kommt endlich die nächste Wasserstation??? Noch 2 Mädels überholt. Gut. Eine ruft „hey, Anja aus Frankfurt - super!“ - mein Name steht auf dem Einteiler hinten drauf - ich bin leider zu platt, um mich umzudrehen und mich für die super nette Anfeuerung zu bedanken. Finde es klasse, solche Aufmunterungen auf der Strecke von Mädels zu bekommen, die man überholt. Wasser fassen, oh, schon km 8? Prima. Ist nicht mehr weit. Meine Uhr habe ich wieder mal keines Blickes gewürdigt, mir war es schnurzegal wie schnell ich laufe. Nur laufen. Bloß nicht gehen. Km 9 - yeah! Km 10. Bald da. Ja, die Strecke war 10,3 km. Dann rufen die Helfer, noch 50 m bis ins Ziel. Roter Teppich, Mütze ab und JAAAAAAA ich freue mich, endlich da zu sein!!!

Erst mal unter die Gartendusche die ein netter Helfer allen Ankommenden anbietet. Tut das gut!!! Trinken. Melone. Trinken.
Urmel ist fertig auf dem Hennefer Grill. Aber schee war‘s ;-)
Ach ja, die nackten Zahlen:
Von: Anja Dix