Regionalliga-Herren auf Aufstiegskurs
Mittwoch, 22. Juni 2011, 09:56

- v.l.n.r.: Carsten Speike, Lutz Koller, Patrick Dohm, Christian Stolzki, Matthias Hähnel
Nach dem misslungenen Ligaauftakt in Fritzlar und einigen Unstimmigkeiten im Männerteam der Regionalliga, machten wir uns am Samstag, den 18.06.2011 hochmotiviert jedoch mit gemischten Bauchgefühlen auf den Weg zum Waldeck Triathlon am Edersee. Auf der Fahrt regnete es immer wieder und die Außentemperatur lag bei knapp 11 Grad. Das war gar nicht mein Wetter und die Stimmung sank zumindest bei mir ein wenig. Am Ziel, durch Matthias ausgeprägte Ortskundigkeit, sicher angekommen kümmerten wir uns um den bürokratischen Teil. Durch Ausfälle und Unfälle musste umgemeldet werden.
Der erste Schock des Tages kam dann für mich, als ich feststellen musste, dass keine Badekappen im Startpaket enthalten waren. Zum Glück konnte ich von unserem Frauenteam noch eine Ersatzkappe bekommen. Jetzt stimmte alles bis auf das Wetter. Bei viel Wind und niedrigen Temperaturen machten wir uns auf zum See um die Wechselzone einzurichten. Kurz vor dem Start kam dann endlich die Sonne raus und es wurde wärmer. Die Nervosität stieg an aber mit ihr die Freude über die sich bessernden Temperaturen. Der Startschuss fiel um 11:30 und die 50 Athleten der Regionalliga Mitte stürzten sich in den Edersee. Bei hohem Wellengang (bis zu einem halben Meter) war es unmöglich sauber zu schwimmen und die 1,5 km zogen sich sehr. Patrick konnte sich trotz diesen durchaus schlechten Bedingungen mit seiner Schwimmstärke an die Spitze des Feldes setzen und deklassierte alle anderen Starter mit einem deutlichen Vorsprung in der ersten Wechselzone. Matthias und Carsten kamen relativ weit vorne im Feld aus dem Wasser, nur Stolle und ich hinkten hinterher und kamen mit den Bedingungen noch schlechter zurecht als die anderen. Zu dem Schwimmen muss man sagen, dass die letzte Boje vom Kurs abwich und nur von einigen wenigen umschwommen wurde, hierzu zählte das gesamte Eintracht Team.
Auf dem Rad fing es auf den ersten Kilometern an aus Eimern zu gießen, ich nahm Tempo raus und ärgerte mich wahnsinnig über das Wetter (das nach ein paar Minuten wieder trocken und wärmer wurde) trotzdem konnte ich einige Konkurrenten überholen. Patrick hielt bis zur Hälfte der Radstrecke seine Spitzenposition und Christian und ich kämpften uns von hinten immer weiter nach vorne durch. Wir überholten Matthias, der durch seine Verletzung immer noch in der Formaufbauphase ist und stießen nach einigen Kilometern auf Carsten, der dann auch unser Tempo mithielt. Da das Rennen keine Windschattenfreigabe hatte, mussten wir genau auf den vorgeschriebenen Abstand achten, da die Strecke mit Wettkampfrichtern übersäht war und bei Verdacht auf Windschattenfahren (welcher bei gleicher Teamzugehörigkeit naheliegt) schnell eine Zeitstrafe ausgesprochen werden könnte. Wir überholten uns gegenseitig immer wieder und hielten das Tempo recht hoch. Jedoch waren wir alle sehr vorsichtig, da die Straße immer noch nass war und fuhren die Kurven lieber sicher als auf Tempo.
Aus der zweiten Wechselzone kamen wir in der Reihenfolge: Patrick, Christian, Lutz, Carsten, Matthias. Nach knapp 3 Kilometern konnte ich Stolle überholen und lief ein gutes Tempo. Bei Kilometer 6 fing dann der Horror an. Meine Oberschenkel verkrampften sich und ich nahm deutlich an Geschwindigkeit raus, ich quälte mich die Steigungen hoch und wurde kurze Zeit später von Christian eingeholt. Ich versuchte mitzuhalten, konnte aber gar nichts mehr. Meine Strategie, mich am JP Morgan Lauf (am Mittwoch zuvor) auf den ersten Kilometern völlig abzuschießen war keine gute Idee. Die Muskeln waren alles andere als gut erholt. Stolle, der auch dabei war, steckte die Vorbelastung deutlich besser weg. Auf den letzten Kilometern versuchte ich noch einmal zu drücken, wurde aber nicht deutlich schneller. Ich lief an der Maximalgrenze und rettete mich als 13. Hinter die Ziellinie. Einige Sekunden nach mir kam Carsten als 16. Ins Ziel.
Die 4 Wertungsergebnisse waren mit den Plätzen 5 (Patrick), 10 (Christian), 13 (Lutz) und 16 (Carsten) aussichtsreich. Matthias schaffte es trotz Trainingsdefiziten und vorangegangener Krankheit als 32. durch den Zielbogen. Die Siegerehrung für einen tollen und verdienten 2. Platz verpassten wir fast, als wir auf den Massagebänken lagen. Am dieser Stelle vielen Dank an Herrn Speike, der sich um unsere Sachen kümmerte und hinterher dann noch Kuchen zückte. Mit dem Ergebnis sind wir alle sehr zufrieden und teilen uns momentan mit Montabauer hinter Marpingen den 2. Platz in der Gesamtwertung. Das ist ein solides Ergebnis, das weiter ausgebaut werden soll. Wir alle freuen uns auf die nächsten Herausforderungen in hoffentlich einheitlichem äußeren Auftreten. Die Mission Aufstieg ist weiterhin im Fokus.
Triathlon Waldeck: Ergebnislisten Edersee-Triathlon
Von: Lutz Koller