Marathon Frankurt 2009
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 12:14

„Was sagen Sie für den (Wett-)Kampf voraus: ‚Schmerzen’ !!!“
Dass das Zitat aus Rocky III Wirklichkeit werden würde, hätte ich mir zu Beginn des Tages zum Frankfurt-Marathon nicht träumen lassen.
Die Vorbereitung lief gut, keine Verletzung, keine Erkältung, die Balance von Be- und Entlastung war gewahrt. Wunderbar soweit.
Doch, dass alles anders kam, dazu jetzt hier eine kurze Zusammenfassung:
Fieberhaft verfolgten Ute und ich die Wetterprognosen von unserem Wetterfrosch (Frank W.). Und siehe da, perfektes Wetter (ca. 13 bis 14° C, kaum Wind, teilweise bewölkt bis sonnig).
Perfekt. Eigentlich. Ich sagte Franki noch, dass es jetzt keine Ausreden mehr für eine Bestzeit gibt.
Leider hatte ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Anfang der Marathonwoche hatte ich Zahnwurzelprobleme. Nichts so Ernstes, aber immerhin musste ich Schmerzmittel und Antibiotika nehmen. Nach drei Tagen war wieder alles o.k. und es stand sowieso bis Sonntag nur noch Erholung und lockeres Geplänkel an. Zero problemo.
Der Start lief auch super, schön lockeres Angehen, nicht zu schnell, man will ja seine Körner nicht auf den ersten Kilometern verschießen. 10-km-Durchgangszeit, dann knapp über 40 min.: wunderbar, Beine schön locker, Puls verhalten, ich hätte durchaus noch ein bis zwei Schippen drauf legen können, aber ich dachte, warten, ruhig bleiben, Du hast Zeit. Ab km 15 zog ich dann etwas an, Durchschnitt 3:55 min./km.
Alles bestens bis km 22/23. Plötzlich fing der Zahn an zu schmerzen, nur ganz leicht, aber merklich. Ich dachte nur, hoffentlich wird es nicht schlimmer. Aber es wurde schlimmer. Ab km 28 dann so schlimm, dass ich Tempo drastisch rausnehmen musste (auf ca. 4:48 min./km). Danach ging es rapide bergab. Dazu kam, dass ich mich fühlte als hätte ich ein Loch nicht nur im Zahn, sondern auch im Bauch. Vielleicht hätte ich doch ein paar Gels einpacken sollen??? Ich fühlte mich, als ob mir jemand den Magen ausgepumpt hätte, der Schmerz pumpte jetzt nur noch bis zum Kleinhirn, aber es wurde etwas besser.
Mit 5:00 min./km schleppte ich mich noch zu km 30, wo ich mir erstmal 2 Bananen und 2 Colas reinpfiff. Keine große Wirkung. Ich ging den nächsten Kilometer fast durchgehend in sage und schreibe 10 Minuten !!!
Yannick sah mich vom Rand aus und bot mir noch Cola oder ein Gel an, das war zwar nett gemeint, aber nützte mir zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr. Danke trotzdem. Ab km 31 fing in wieder an leicht zu traben. Was mich aufgebaut hat, war, als ein Mitstreiter meinte, „komm’, wir müssen alle ins Ziel !“
Da hatte er Recht. Und als José mich noch nach km 31 damit aufbaute, es doch wenigstens mit lockerem Trab zu probieren dachte ich: Naja, ins Ziel kommen willst Du auf jeden Fall („never ever give up!!!“).
Als ich dann nach unserem grandiosen Versorgungsstand (danke Jungs für Eure Anfeuerungen, aber zu dem Zeitpunkt ging’ s mir noch richtig Sch…) das Schild sah: „Die Schmerzen vergehen, aber der Stolz bleibt !“ war mein Motto für den Wettkampf geboren. Ich wollte auf jeden Fall die Finishermedaille und das Gefühl des Einlaufs auf dem roten Teppich in der Festhalle und Ute mit einem Finisherlächeln begrüßen. Sch….-egal mit welcher Zeit. Am Ende kam eine 3:22 raus, aber ich war nie im Leben so glücklich mit einem Finish gewesen wie diesmal !!!
Ich will damit auch Euch alle ermutigen, die Ihr mal solch einen harten Wettkampf durchmacht. Ihr könnt stolz sein, wenn Ihr ankommt. Tolle Leistung ! Habt Mut, kämpft weiter und dann könnt Ihr mit einem anderen bekannten Schauspieler sagen:
„I’ ll be back!!!”
Glückwunsch an:
- Susanne Förster, die Ihren ERSTEN Marathon in einer grandiosen Zeit von 4:37 (h:min) gefinisht hat
- Meinen Schatz Ute, die nach langer Abstinenz auf der Langstrecke, eine 4:17 rausgehauen hat
- Glückwunsch an Christian Stolle und Wetterfrosch Franki W.: 2:39 und 2:43, beide mit neuen Bestzeiten !!! Super congratulations !!!
- Glückwunsch auch an Natascha, die sich auch durch viele Schmerzen ins Ziel quälen musste (nächstes Mal wird es besser !!!)
- Glückwunsch an alles Finisher, die unter dem Eintracht-Adler oder auch incognito oder „under-cover“ gestartet sind, auch wenn Ihr nicht namentlich erwähnt seid, sorry, aber das würde diesen Bericht sprengen. Congratulations und macht weiter so !!!
Ahoi und Attacke
Der Joerg
Von: Jörg Frank