Aktuelles vom Triathlon

Little Red Lighthouse Swim - New York

Montag, 27. September 2010, 09:08

Am Samstag 8:15 Uhr habe ich mich mit 217 anderen Verrückten auf Höhe der 79sten Straße aufgemacht den Hudson River 10 Kilometer in Richtung Goerge Washington Bridge und dem dahinter liegenden Ziel zu schwimmen.

 

Warum macht man so etwas?

 

Nun ja, diese Saison musste leider wegen eines Mittelfußbruchs im Juni schnell für beendet erklärt werden. Aber wie jeder Triathlet wusste ich leider nicht so recht was ich mit der nun reichlich vorhandenen Freizeit anfangen sollte ;-) Also mussten Alternativen her, bei denen man weder Laufen noch Radfahren muss (OK, ich durfte bzw. konnte es ja auch nicht) und so blieb eigentlich nur noch die beliebteste aller drei Disziplinen – das Schwimmen – übrig. Hurra!

 

Ein Kollege machte mich auf einen örtlichen Schwimmclub aufmerksam, welcher Freiwasserwettbewerbe rund um New York ausrichtet. Eigentlich immer im Hudson River. Der eine oder andere mag jetzt denken „Igitt! Da kippen die New Yorker doch (u.a.) ihren Müll rein“… Kann auch schon mal vorkommen aber zum Glück hatte ich schon einmal, während einer olympischen Distanz vor meinem Bruch, das Vergnügen 1,6 KM in ihm schwimmen zu dürfen. Die Tatsachen, dass ich danach noch alle Körperteile hatte und mir bis jetzt kein sechster Finger oder Zeh gewachsen ist, veranlassten mich etwas auf der Homepage dieses Clubs zu stöbern. Und ich wurde auch fündig.

 

Wie schon eingangs erwähnt handelte es sich im ein 10 K Freiwasserschwimmen. Etwas mulmig war mir schon nach der Anmeldung, hatte man doch während eines Ironman nur 3,8 K zurückzulegen und kommt im Training bestenfalls auf 5 K. Wie soll man also den Rest schaffen. Egal, irgendwie wird das schon. Im Zweifel einfach altdeutsch Rücken und treiben lassen…

 

So gingen die Wochen ins Land bis ich dann am Samstag auf dem Bootssteg stand und mich mit einer beherzten Arschbombe in den Hudson stürzte. „Schöner Mist, jetzt biste drin!“ dachte ich und fing mit dem Kraulen an. Anfangs dachte ich auch noch „Gut, dass du nen Neo anhast“, aber das hat sich dann irgendwann auch geändert. Traditionell gilt nämlich, dass die Herren nur in der knappen sexy Speedo (bei einigen Herren leider nich so sexy) und  die Damen nur im Badeanzug (leider auch hier manchmal…) für die Wertung zugelassen werden. Neos sind nur bei echt kalten Wassertemperaturen erlaubt, aber ich wollte ja eh nicht in die Wertung...  Um die Uhrzeit hatten wir auch 65°F was so 18°C sind, also nicht kalt und das sollte sich dann im weiteren Verlauf des Rennens noch bewahrheiten.

 

Als ich mich so auf der Hälfte der Strecke befand dachte ich „Jetzt erst mal ein Gel“, welches ich mir unter die Badekappe gesteckt hatte. Leider musste ich feststellen, dass es wohl wegen des üblichen Startgerangels schon längst den Grund erreicht hatte. Also nix Gel und ran an die Fettreserven - sind ja genug vorhanden ;-) Gleichzeitig fiel mir auch auf, dass die Wassertemperatur anstieg und es im Neo dann doch recht warm wurde. Erinnerungen an den Ironman 2009 kamen hoch…

 

Endlich war ich kurz vor der George Washington Bridge und von dort waren es „nur“ noch knappe 2,6 K bis zum Ziel, als ich plötzlich merkte, dass der Hammermann nicht nur beim Marathon, sondern auch beim Schwimmen zuschlägt. Bumm, rein ins Loch. Nach kurzem Motivationstraining „Den Mist machst du nicht nochmal!“ konnte ich mich nochmal aufraffen und sah nach einiger Zeit dann auch schon die Zielbojen und konnte diese dann auch mit einem technisch nicht mehr so sauberen Zweier-Zug (den Dreier hab ich schon relativ schnell aufgegeben. Sorry Christian!) ans Ziel retten. Geschafft!

 

Als sich der Kreislauf wieder an das aufrechte Stehen gewöhnt hatte und ich einen Blick auf die Uhr warf, freute ich mich über die Zeit von 1:49:14 und darüber das Ziel erreicht zu haben.

 

Wer noch ein wenig mehr darüber lesen möchte: http://www.nycswim.org/Event/Event.aspx?Event_ID=2011

 

VG,

Patrick

 

P.S. Ich würde den „Mist“ wieder machen!

 

Von: Patrick Woltersdorf

 

 

 


 

Kontakt

Georg Heckens
Abteilungsleiter

E-Mail ans Orgateam