Aktuelles vom Triathlon

Kraichgau – ETU Mitteldistanz Europameisterschaft

Freitag, 22. Juni 2012, 09:20

Wie 2011 war Kraichgau auch 2012 mein Start in die Triasaison.

VORHER  wurde ich scharf gemacht. Am Vorabend gab es Chili-Schoten und (mit Hinweis auf meine Laufstärke) die dringende Empfehlung, mutig ein hohes Tempo zu laufen. Morgens durfte ich einen nur durch Kompressionsstrümpfe verhüllten Blick auf die Athletenfigur meines Zimmermitbewohners werfen. Michelangelo hätte seine Freude gehabt. Ich wusste, der Tag kann nur gut enden.

Der WETTKAMPF begann wie immer mit meiner Schwachstelle. Schwimmen lernen wird wohl weiter eine der letzten großen Herausforderungen für meine Restlebenszeit bleiben. Getreu dem Motto: Der Weg ist das Ziel.
Egal, nach 46 min (wie 2011) saß ich auf dem Rad. Mit 2:55 war ich 2 min schneller als 2011. Nicht brillant aber ordentlich und eine gute Basis für mein Ziel, in 2012 unter 5:30 zu bleiben.

Laufen ist meine Lieblingsdisziplin. Das Profil der Strecke und die Halbdistanz generell gefallen mir. Sie fordern, lassen aber auch eine lustbetonte Laufweise zu. Es kommt in Kraichgau hinzu, dass durch die frühe Startgruppe und die versetzten Starts immer schön Betrieb auf der Laufstrecke war. Ich sah viele entgegenkommende Eintrachtler, denen ich zulächeln konnte und es standen viele Eintrachtler an der Strecke, die kräftig einheizten (vielen, vielen Dank).

Die erste Runde machte richtig Spaß. Die Lust war da und ich hatte keine Mühe, locker zu bleiben und sauber zu laufen. In der zweiten Runde öffnete sich allmählich der Überlastungsbremsschirm. Ich wurde langsamer und musste bei den Anstiegen kämpfen. Ich hatte die Sache aber unter Kontrolle und es war jetzt klar, dass ich unter 5:30 bleiben würde.
Natürlich dachte ich beim Laufen auch an den schönen, schmückenden Titel, den es hier zu gewinnen gab. Normalerweise sollte 5:30 für einen Sieg in der AK 65 reichen. Offen war: Sind die sieben Mitkonkurrenten in der AK „normale“ AK-Sportler oder sind auch „Super“ AK-Athleten am Start.
Im Ziel war das natürlich erst mal egal. Mit meiner Laufzeit von knapp 1:43 und der Gesamtzeit von 5:26:53 war ich glücklich und sehr zufrieden.


Die  SIEGEREHRUNG war für 18 Uhr geplant. Infos zur Platzierung gab es vorher keine.
Schön, dass noch einige Eintrachtler Zeit und Lust hatten, die Siegerehrung abzuwarten (Danke!). Speziellen Dank hier auch noch an Felix für seinen Beitrag zum Erfolg. Er hat mich gelobt,  motiviert und mir viele wertvolle Trainingsratschläge gegeben.

Andreas hat dann vor der offiziellen Ehrung ins Internet geguckt und verkündet, dass der Bäuerle

tatsächlich gewonnen hat. Der Jubel am Tisch war groß.  Meiner etwas verhalten, denn als Verwaltungsbeamter weiß ich, amtlich wird’s erst mit Urkunde, Stempel und Unterschrift.
Es dauerte nicht mehr lange, dann wurden alle AK-Europameister auf die Bühne gebeten und mit dabei waren zwei Adlerträger: Jürgen Strott hatte die AK 70 und ich die AK 65 gewonnen. Es war schön auf der Bühne und unsere Fans vor der Bühne haben mächtig Lärm gemacht.
Wie singen die Toten Hosen:
An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.
Für Tage wie diesen, haben wir noch ewig Zeit.


FAZIT: Natürlich ist der Titel etwas sehr pompös und zufällig. Nüchtern betrachtet habe ich einen guten Wettkampf hingelegt und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Da sich AK 65 schon ziemlich schlimm anhört, habe ich mich besonders gefreut, als ich später feststellte, dass meine Zeit auch gereicht hätte, bei den „jugendlichen Alten“ in der AK 60 zu gewinnen. Noch bin ich ja „erst“ 64.


Zum ABSCHLUSS will ich noch zwei Personen gesondert erwähnen.
JÖRG ZIMMERMANN: Ich habe mich sehr gefreut, Dich, nach Deinem sehr üblen Unfall in Cecina, wieder am Start zu sehen. Und bei dieser Vorgeschichte, dann auch noch unter 6 Stunden. Ganz große Klasse! Schön, dass Du wieder dabei bist!

JÜRGEN STROTT: Du sagst zwar immer, ich soll Dich nicht älter reden, aber sechs Jahre sind in „unserem“ Alter eine Menge. Ich habe deshalb vor Deiner Leistung höchsten Respekt. Zu der körperlichen Robustheit, der Freude am Sport, braucht es noch viel Trainingsfleiß, Hartnäckigkeit und einen starken Willen. In diesem Sinne: Nochmals Glückwunsch!


Jürgen Bäuerle

(Bilder: Jürgen Bäuerle, Andreas Hopf)

Von: Jürgen Bäuerle

 

 

 


 

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Georg Heckens
Abteilungsleiter

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