Aktuelles vom Triathlon

Ironman 70.3 St.Pölten

Mittwoch, 09. Juni 2010, 17:48

Kein Muss - Ironman 70.3 St.Pölten

Der Gedanke beim Ironman 70.3 in St.Pölten an den Start zugehen als Vorbereitung für den ersten IM in Frankfurt ergaben sich auf der Expo zum IM70.3 in Wiesbaden 2009, als ich am dortigen Stand des Veranstalter vorbeiging.

Einige Monate später folgte der Idee die Tat und so ging es am 28.Mai abends auf die Autobahn. Beim Einladen des Fahrrads musste ich feststellen, dass beide Reifen Risse im Mantel hatten. Ein kurzer Stopp in Hösbach bei unserem Sponsor erleichterte mich noch um EUR 100 für einen Satz neue Reifen. Auf Empfehlung des Chefs des Hauses, gab es die „vergoldeten“ Conti 4000 in der RS Version.

Nach einem Übernachtungsstopp in Regensburg ging es am Samstag morgen frisch und munter weiter in Richtung Österreich. Quartier wurde im 20km entfernten Traisburg aufgeschlagen. Ohne Umwege ging es mit dem Auto auf die Radstrecke um sich ein Bild vom Verlauf zu machen. Danach erfolgte der Check-Inn. Tageslizenz für faire EUR 6 und die obligatorischen Tüten ( Niederösterreichisch=Säckel) für T1 und T2. Ab zum Parkplatz und alles in die Säckel verteilt. Dort fiel deren mangelhafte Qualität das erste Mal auf. Die Nähte waren so dünn verschweißt, dass diese bei Belastung sofort aufrissen. Da es bei DQF verboten ist jegliche Utensilien, ausgenommen Verpflegung und eventl. Schuhe am Rad zu deponieren wurde das Säckel schnell voll und war am Rande der Belastungsgrenze. Beim zuziehen passierte es dann, und das „Säckel“ platzte auf. Also neues „Säckel“ besorgt und alles nochmal ganz behutsam eingetütet und das Säckel am vorgesehenen Hacken aufgehangen. In St.Pölten wird weder in Wechselzone 1 noch in Wechselzone 2 etwas zugereicht, man sucht sich seine Säckel selber. Versierte Starter markierten deshalb ihre Säckel mit Farbspray um im Einheitsbrei schnell ihre Tüte wiederzufinden.

Um 17Uhr gab es die Wettkampfbesprechung mit den üblichen Erklärungen zu Verpflegung Windschatten und Co. Auch wurde das Finisherbuffet in höchsten Tönen angekündigt. Es war die Rede von Marillenknödeln, Kaiserschmarrn und Kuchen.

Am nächsten Morgen klingelte 4.45Uhr der Wecker. Unsere Gastgeberin hatte extra für die Teilnehmer das Frühstück um 5Uhr angesetzt. Gestärkt ging es zur T1 um den noch fehlenden Flaschenhalter zu montieren und die Reifen zu befüllen. Dabei gab es natürlich auch wieder Teilnehmer die im Eifer des Gefechts oder auf der Suche nach dem optimalen Reifendruck wieder zuviel wollten und man konnte Reihum immer wieder „Knall“ hören.

Um 7:00Uhr erfolgte der Start der ersten Welle mit den Profis. Von da an ging es in 10min Abständen weiter. Es war erst der Vierhofer See bei angenehmen 18°C und Neopflicht zu durchschwimmen. Nach ca. 1400m wurde dieser verlassen und es ging zu Fuß über eine Brücke, welche den Fluß Traisen überspannt in den Ratzendorfer See wo nochmals 500m zurückzulegen waren. Während des schwimmens lösste sich das Klettband mit dem Championchip gleich zweimal. Dank an den Hersteller! Nach 36min wurde das Nass verlassen und es ging in T1. Der Neo wollte nicht runter, die Tüte nicht gleich gefunden werden. So steht man da mitten auf der Wiese, kippt sein „Säckel“ vom Vortag aus und sortiert sich. Packt behutsam den Neo wieder in das Säckel und betet dass dieser nicht reisen möge. Mit diesem unterm Arm flitzt man los um auf dem Weg zum Rad diesen in einen der vielen Container zu werfen. Auch ist werfen eher nicht angebracht, da auch hier der Aufprall zum Bersten dessen führen könnte. Dann flott mit dem Rad durch die Wechselzone gelaufen und ab auf die Piste. Die ersten 18km führen über eine Autobahn und sollten eigentlich richtig Spass machen. Doch dann kam wieder, was mich schon in Wiesbaden ausgebremst hatte. Bei Belastung der Pedale Stiche im hinteren Oberschenkel/Gesäß. Anstatt Kette rechts und Druck ging es mit 28 bis 32 km/h über die Piste. Sollte es das gewesen sein? Im Wiegetritt ging es schon viel besser, und so bin ich immer wieder stehend die ersten 25km gefahren. Die erste von zwei Radverpfelgungsstellen war am Ende des ersten Anstiegs, wo es direkt danach in eine Abfahrt mit einigen sehr scharfen Kurven ging. Der Veranstalter ließ u.a. normale PVC-Wasserflaschen mit Drehverschluss in Fahrradhalter inkompatibler Größe zureichen. Pech für alle die zulangen mussten. Ein umfüllen bei 70km/h bergab stelle ich mir schwierig vor. Die angekündigten Wettkampfrichter gab es wohl nur bei den Pro’s und so wurde „gelutscht“ was das Zeug hielt, 2er, 3er und gar 5er Gruppen kamen vorbeigerauscht und wurden gelegentlich auch überholt. Nach dem ersten Anstieg ging es dann auch besser im Gesäss, auch wenn nicht optimal. (Tipps woher das Problem kommt und wie man es umgehen kann gern per Mail) Nach 2:31 erreichte ich frustriert T2, das Rad aufgehangen zum Ständer gesprinntet und mein Säckel gesucht. Mit diesem ins Wechselzelt und versucht die Schuhe zu wechseln. Doch hinsetzen ging gerade noch ganz schlecht, also fallen lassen und Schuhe abgestreift. Dann folgte mit Acrobatic das Anziehen der Laufschuhe. Das ganze dauerte 4min und ich war wieder auf der Piste. Durch die Arena hindurch, wo super Stimmung war, auf die 400m Bahn und zurück durch das Station auf den Rundkurs, welcher zweimal zu durchlaufen war. Nach ca. einem Kilometer lief ich auf Georg auf, bzw. er überholte mich und war vor mir mit einem angenehmen 4:45’er Pace. Nachdem die letzte Laufeinheit unfallbedingt schon 2 Monate zurücklag empfand ich das Tempo als sehr angemessen. Und so vergingen die Kilometer und Georg lief konstant und ich als sein Schatten hinterher. Auf der zweiten Runde, bei Kilometer 14, entdeckte ich den Vereinskollegen, welcher gerade auf der anderen Uferseite lief. Dies gab mir die Motivation mich von Georg zu lösen und auf einmal ging die Post ab, mit 4er Schnitt über die letzen 7km. Überrascht von mir selbst überholte ich nun alles was vor mir war und lief nach 4:52 im Ziel ein. 400m vor dem Ziel tönte es aus der Arena über die Laufstrecke… „ bla bla willst Du meine Frau werden“, drauf hin der Kollege neben mir… „Schei* Runner's High“. Enttäuscht vom schlechten Radsplitt, dem verhalten Lauf und der langen Wechselzeit ging es über die Kleiderrückgabe und Dusche zum Finisherbuffet. Die letzten Kilometer schon voller Vorfreude diesem entgegen gesehnt, war das Angebot dann doch sehr ernüchternd. Es gab Wagner Salami Tiefkühlpizza und Tiefkühleierkuchen sowie Powerbar Proteine Riegel. Und das war dann das supertolle Buffet? Dann doch lieber EUR 7 und Spagetti beim öffentlichen Catering gekauft. Die Kleiderrückgabe war ein Abenteuer. Verwundert über den Berg Neos die vor dem Zelt der Kleiderrückgabe rumlagen, stellte bzw. kämpfte ich mich nach vorn um meine Säckel zu bekommen. Ich hatte dank meiner behutsamen Verpackung den Neo wieder in der Tüte zurückerhalten. Alle Grobmotoriker welche weniger vorsichtig waren und deren Säckel geplatzt war, konnten sich nun durch den Berg wühlen. Je weiter das Rennen Fortschritt desto voller wurde es an der Rückgabe welche von 4 Personen für 3000 Starter bedient wurde. Zeitgleich wurde die Schlange zur Tiefkühlpizza länger. In berichten in diveresen Foren schrieben einige von 30min Wartezeit für ein Stück Pizza. Fazit: Wenn man sowieso in der Gegend ist kann man Teilnehmen. Die EUR 240 Startgeld und die restlichen Unkosten sind aber nicht extra eine Reise wert.

Von: Robert Schopplich

 

 

 


 

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