Fuldatal Hessenliga 4
Montag, 09. August 2010, 16:12
Mein mein erster Hessenliga-Wettkampf.
Anreise am Vortag, da der Start bereits um 8.00 Uhr. Übernachten im "Berghof". Fahrrad mit aufs Zimmer nehmen: verboten. Frühstück vor 7.00 Uhr: geht nicht. Abend ein paar Cornflakes bekommen, damit man morgens wenigstens irgendetwas Essbares hat: geht nicht: im Doppelzimmer stehen die Betten mit 1,5m Abstand auseinander, Zahlen mit EC-Karte: geht nicht. Preisnachlass wegen nicht vorhandenem Frühstück: von 75,00 auf 70,00 EUR also immerhin 2,50 pro Person PAH. Meinen Frust lasse ich am Wettkampf raus, ihr werdet schon sehen...
Statt Pasta-Party am Vorabend sollte Pfefferlendchen mit Folienkartoffel für Energie sorgen, doch statt alkoholfreiem Weizen bekam ich ein Weizen mit Alkohol. Grmpf, zu spät bemerkt, da war ich dann schon besoffen. Als Widergutmachung für den dadurch geschundenen Körper folgte ein Tiramisu, ein halbes...brüderlich mit Sara geteilt (um das Gewissen zu beruhigen).
Ok, Start um 8.00 Uhr. Der Zeitplan war sehr eng, da der Schwimmstart recht weit von der Anmeldung entfernt lag, so dass die meisten sich mit ihrem Beutel auf Rad geschwungen haben und zur Fulda gefahren sind. Einer davon bekam seinen Beutel ins Vorderrad: Schlüsselbeinbruch...
Also schnell Neo an, ah Wettkampfbesprechung läuft schon...schneller...ab ins Wasser ueh 17°C!! Saukalt. Dann der Start mit 5 Minuten Verspätung, weil immernoch nicht alle im Wasser waren, die Anderen haben sich zwischenzeitlich unterkühlt. Gleich musste die DLRG anrücken, 4 Starter mussten mit Krämpfen gerettet werden. Also 2er Zug, immer schön gegen die Strömung. Sch... wie kalt. Keine Sicht, weder unter Wasser (alles nur braun-> war das ein Fisch oder ein Zweig gerade in meinem Mund?), noch über Wasser, da die Sonne blendet. Wo ist die Boje? Hmm, also dem Pulk hinterher. Einatmen, verschlucken, Würgereiz. Ahhh, ich ersticke. Schnell 2 Brustzüge, wieder kraulen, hilft nix, bin aus dem Rhythmus, wieder Brust...beruhigen, warum ist das so kalt hier? Dann wieder 2er Zug. Jetzt gehts. [Jaja Felix ich weiss: im Einschwimmen liegt die Kunst... dafür hätte man allerdings ein paar Minuten mehr Zeit benötigt...] Endlich die Wende und in der Strömung zurück, jetzt lief's gut. Der Ausstieg war etwas holperig, hat aber besser geklappt als befürchtet. Die Fuldataler Schreiner verstanden scheinbar was von provisorischen Treppen.
Neo aus und los gehts. Jawoll, los aber richtig, endlich keine Ressourcen einteilen, sondern einfach drauf los. Das ist das schöne bei solchen Distanzen. Klappt gut, immer zwischen 38 und 42 km/h ausser bei den Anstiegen. Da wird's dann plötzlich mal einstellig. Aber Spaß machts! Schön, wenn die Beine brennen. Der Radteil war der Beste mit 1:10h, bei ca 450 Höhenmetern. Seeeehr steil (bis zu 18%) und hügelig. Es ging dann mit schnellen Abfahrten durch teilweise enge (Wald)-Wege mit manch fiesen Schlaglöchern. Puls konstant. Konstant über 160. "Herrlisch" wie der Hesse zu sagen pflegt.
Aber dann kam's: der Lauf: 4 Runden á 2,5KM. Trotz deutlicher Schilder bin ich erstmal in die falsche Richtung aus der Wechselzone "geflüchtet", Wende und dann auf die Piste. Bergab. Fein, da freut sich das Läuferherz. Doch es musste ja so kommen: nach einem Gefälle folgt der Anstieg, zumindest wenn man Runden läuft und so kam's, dass mich bereits auf der ersten Runde Thomas wieder eingeholt hat. Er war beim Schwimmen wenige Sekunden schneller, beim Rad hatte ich die Nase vorn und jetzt hing ich wieder hinterher. Das sollte dann auch so bleiben. Der Druck vom Rad zollte seinen Tribut. Wäre gut gegangen, wenn da nicht diese Anstiege gewesen wären. Mit Cola und moralischer Unterstützung seitens Sara habe ich Runde 2 und 3 irgendwie überstanden, bei Runde vier war ich dann endlich eingelaufern und konnte durchstarten, da war sie aber auch schon vorbei die Show und so endete die dritte Disziplin mit 49 Minuten und einem unfreiwilligen Schlussspurt. Ich lasse mich doch nicht von einem aus der Junioren-Altersklasse auf den letzten Metern überholen. Tssss. Am Ende steht da nun eine 2:35 für meinen ersten Ligawettkampf.
Kaum gefinisht und erholt, fing es auch schon zu Regnen an. Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch: die betreuten Senioren trotzten dem Wetter mit selbstgebackenen Kuchen und so hatten auch die Regenwolken nach wenigen Minuten kapiert, dass sie fehl am Platz waren. Die Heimfahrt allerdings verlief etwas zäh: Wacken war gerade zu Ende und jede Menge echter Rocker auf dem Highway, gegen die können wir Trias nun wirklich nichts mehr ausrichten ;-)
Von: Christian Wolf