Aktuelles vom Triathlon

Europameisterin der AK1 beim 70.3 in Wiesbaden

Mittwoch, 18. August 2010, 09:29

"Der längste halbe Tag des Jahres" - Meine erste Mitteldistanz endet mit dem Europameistertitel in meiner Altersklasse. Swim 26:56,9 Minuten - Bike 3:04.49,0 Minuten - Run 1:27.03,5 Minuten = 5:02.35,7 Minuten

Lange hatte ich auf diesen Tag "Der längste halbe Tag im Jahr" hingefiebert und konnte an fast nichts anderes mehr denken. Doch der Wetterbericht lies nichts Gutes erwarten und diesmal sollte die Vorhersage auch Recht behalten.

Pünktlich mit der Eröffnung der Wechselzone um 6 Uhr morgens traf ich am Schiersteiner Hafen ein, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Doch schon vor dem Rennen war ich ziemlich nass. Die ersten Teilnehmer begannen ihre Räder aufgrund des Wetters wieder auszuchecken. Doch das kam für mich nicht in Frage, lieber wollte ich die Abfahrten langsamer als geplant hinab fahren.

Pünktlich um 8 Uhr fiel der Startschuss für die Profis und die Schnellsten der Altersklassen. Ich hatte mich ganz rechts in der ersten Reihe eingereiht, um möglichst wenige Tritte am Start zu bekommen. Mit einem Sprint zu Beginn bahnte ich mir meinen Weg und konnte mein eigenes Rennen schwimmen. So konzentrierte ich mich nur auf mich und begriff erst als ich nach 26:56 min. über die 1,9 km aus dem Wasser stieg, wie weit vorne ich damit lag. Mit so einer Schwimmzeit hatte ich nicht gerechnet und schon gar nicht, dass ich als Fünfte auf die Radstrecke gehen würde.

Doch nun begann der Kampf gegen mich selbst. Die 90 Kilometer mit 1500 Höhenmetern auf dem Rad wurden für mich zu einer reinsten Mutprobe bei Dauerregen und Wind. Bergauf konnte ich meine Kraft gut umsetzen, doch bergab siegte die Angst. Ich hielt nur die Bremse fest, anstatt mal laufen zu lassen. Doch das ging einfach nicht. Verärgert über mich selbst, kämpfte ich mich jeden Berg umso schneller wieder hinauf. Nach 3:04:49 Min. erreichte ich endlich meine Laufschuhe.

Jetzt wollte ich noch möglichst viele Plätze gut machen und mir vor allem die Führung in meiner Altersklasse zurückholen. Die ersten beiden Runden liefen auch echt klasse, doch dann wurden die Beine langsam schwer und ich musste dem langen Tag ein wenig Tribut zollen. Doch viel langsamer konnte ich gar nicht machen, da überall jemand stand und meinen Namen brüllte.

Hiermit möchte ich mich auch nochmal ganz herzlich bei allen bedanken, die extra für mich an die Strecke gekommen sind und dem Wetter getrotzt haben, ganz besonders meinen Kids, den vielen Freunden und Bekannten!

Nach 1:27:03 Minuten hatte ich dann auch endlich den Halbmarathon hinter mich gebracht und erreichte mit einer Gesamtzeit von 5:02.35,7 Minuten das Ziel. Damit durfte ich mich über den Titel der Europameisterin meiner Altersklasse und dem 12. Gesamtrang unter allen Frauen freuen, zudem qualifizierte ich mich für die WM 70.3 in Clearwater. Doch ich verzichtete nach langer Überlegungsphase auf meinen Slot, da ich derzeitig nicht die finanziellen Mittel für solch eine Reise besitze. Ich hoffe, dass ich vielleicht im nächsten Jahr nochmals die Chance bekomme und dann auch die finanzielle Unterstützung habe, um an der WM teilzunehmen.

Im Moment schmerzt noch mein ganzer Körper, doch ein Blick auf den Pokal lässt die Schmerzen vergessen. Nun steht Erholung an erster Stelle, um noch für die letzten drei Rennen der Saison gut gerüstet zu sein.

Von: Natascha Schmitt

 

 

 


 

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