Eintracht Frankfurt erstmals Hessenmeister
Montag, 26. Juli 2010, 18:53

Als die Spieler der Eintracht sich auf die Reise nach Nordhessen begaben, um dort das finale Spiel gegen den TC 31 Kassel zu bestreiten war die Stimmung betrübt. Zwar hatte man gerade sein 4.Heimspiel der Saison gewonnen, doch das 11:10 über den TC Bad Homburg konnte niemanden so richtig zufrieden stellen. Nach einer starken Einzelleistung hatten die Adler zwei Doppel sang – und klanglos an die Kurstädter abgeben müssen und zu viele Punkte eingebüßt, um noch ernsthaft in das Titelrennen eingreifen zu können.
Kronberg führte bereits 12:0 gegen Wiesbaden und der Traum vom Gewinn der Meisterschaft schien geplatzt zu sein.
Doch je länger die Fahrt dauerte, desto mehr wich die Enttäuschung und als die Meldung eintraf, dass Wiesbaden ein Doppel für sich entscheiden konnte, waren die Gesichter wieder etwas fröhlicher und der Rückstand vor dem letzten Spieltag betraf „nur“ vier Matchpunkte.
Rüsselsheim hatte durch das 9:12 in Kassel selbst jegliche Chance verspielt noch Erster zu werden, aber trotzdem bestand die Hoffnung, dass das Team den Kronbergern einige Zähler abnehmen würde können. Voraussetzung dafür ein hoher eigener Sieg ( möglichst 21:0 ), was zwar möglich, aber doch etwas unrealistisch erschien.
In Kassel lief dann alles wie am Schnürchen. Alle sechs Einzel wurden erfolgreich bestritten und unter dem Beifall der vielen mitgereisten Fans spielte sich das Team in einen Lauf.
Es konnte nicht behauptet werden, dass die Kasseler keine Gegenwehr leisteten – im Gegenteil.
Jedoch wurden alle engen Partien gewonnen. Mathias Weber siegte an Position 6 mit 6:4, 7:6, Dominik Müller gewann gegen Marco Neunteibl in drei Sätzen und Julian Bley Sebastian Krauss nach bravourösem Match nieder.
Nach Tim Pütz Galavorstellung gegen den Spanier Colangelo, Predrags Erfolg gegen Marc Leimbach und Gabor Pelvas Sieg über Christopher Amend stand das unfassbare Ergebnis nach den Einzeln fest.
Trotz der starken Leistungen wollte keine Euphorie aufkommen. Ständig trudelten schlechte News aus Rüsselsheim ein, wo sich die Gastgeber zwar wehrten aber kein Einzel gewinnen konnten.
Dies änderte sich bis zum 10:0 nicht. Doch ausgerechnet Marco Hosang gewann überraschend gegen Omar Altmann und machte das Meisterrennen wieder spannend.
Die Ausgangslage vor den Doppeln war klar. Nur drei Siege und ein 21:0 würde noch die Restchance offen lassen. Dann würde ein Rüsselsheimer Doppelsieg genügen, um das unmögliche noch möglich zu machen.
Die nächsten 2 Stunden werden Mannschaft, Betreuer und Fans so schnell nicht vergessen. Dominik Müller und Gabor Pelva siegten nach Aufgabe recht schnell, doch Tobias Schade mit seinem Partner Predrag Rusevski und Tim Pütz mit Julian Bley lagen schnell in Rückstand und es zeichnete sich eine Zitterpartie ab. Tobias und Predrag drehten das Match und siegten im 2.Satz deutlich. Pütz / Bley hingegen verloren den 1.Satz und auch in Durchgang Nummer 2 sah es lange Zeit nicht gut aus.
Doch beim Stande von 3:4 begann eine unglaubliche Punktserie, die bis in den Championstiebreak des 3.Satzes anhielt und schließlich wurde dieser mit 10:5 gewonnen.
Es war also geschafft. Die Eintracht hatte wirklich mit 21:0 gewonnen und ihr Soll mehr als erfüllt.
Als der Sieg erreicht war, sah es in Rüsselsheim nicht allzu gut aus. Zwei Kronberger Doppel waren am gewinnen und lediglich in Doppel Nummer zwei war es offen.
Carsten Müller und Denis Nelidov waren im Minutentakt am Handy und versorgten die Anhängerschaft und das Team mit aktuellen Ergebnissen. Es lag eine unglaubliche Anspannung in der Luft und selbst einige Kasseler Fans wollten dies bis zum Ende miterleben.
Dann die Nachricht, die lauten Jubel über der Kasseler Anlage ermöglichte. Rüsselsheim hatte den 1.Satz gewonnen und plötzlich war die Sensation ganz nahe.
Zwar gewannen auch die beiden Franzosen auf Hasslocher Seite den 2.Satz, doch im Tie Break unterlagen sie und somit stand es 16:2 für Kronberg und das letzte Doppel sollte tatsächlich über den Ausgang der Saison entscheiden.
In Kassel wurde wenig gesprochen. Nervös wurde auf und ab gegangen, Handys klingelten überall und die heimischen Fans in Frankfurt wurden per Rund – SMS über jeden Zwischenstand informiert.
Dann das erste Break für Rüsselsheim und die 4:3 Führung. Jetzt war jedem klar, konnte es tatsächlich wahr werden und die Hoffnung wurde immer größer.
Beim Stand von 5:4 wurde der Rüsselsheimer Trainer live über Handy kontaktiert und Carsten Müller kommentierte jeden Punkt, der frenetisch gefeiert wurde.
Dann war es soweit und das Wunder war perfekt. Als der Jubel in Hassloch zu hören war, bedurfte es nicht mehr vieler Worte und der Ausnahmezustand war ausgebrochen.
Jubelszenen, die kein Ende nahmen und endlich lösende Anspannung nach einem sehr langen Tag.
Auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus Gesänge und mehrere Stops an diversen Raststätten. Ein Liveauftritt bei Radio FFH folgte die Pokalübergabe seitens des HTV um 21 Uhr bei der Eintracht.
Viele Clubmitglieder waren spontan gekommen, um die Mannschaft zu begrüßen und Renate und Alfons Fratzke samt Fotograf waren auch schon eingetroffen, um den Erfolg zu ehren.
Ein fantastischer Tag endete irgendwann in den frühen Morgenstunden und zwischendurch fragte man sich immer wieder, ob das denn nun wirklich alles geschehen ist.
Es ist geschehen und Eintracht Frankfurt ist Hessenmeister 2010!!!