Ein Tor zu wenig
Montag, 30. Mai 2011, 17:59

Am Wochenende mussten unsere Damen zum Saisonfinale nach Berlin zu den Zehlendorfer Wespen und zum ATV Leipzig reisen. Für alle drei Teams ging es an diesem letzten Wochenende um die Frage: Klassenerhalt oder Abstieg. Die Eintracht, die im letzten Spiel dem Tabellenführer TSV Mannheim knapp mit 0:1 unterlag, stand vor einer besonders schweren Aufgabe. 6 Punkte mussten her, also zwei Siege um den Klassenerhalt in letzter Sekunde zu schaffen. Keine leichte Aufgabe für ein Auswärts-Doppelwochenende. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. In den letzten Spielen war man spielerisch nie unterlegen, am Ende stimmte nur das Ergebnis nicht. Beim 2:2 gegen den SC 80 hatte man den Siegtreffer gleich mehrfach auf dem Schläger liegen und auch den TSV Mannheim stellte man vor große Probleme. Die mangelnde Chancenverwertung zog sich jedoch wie ein roter Faden durch die letzten Spiele.
Im Samstagsspiel gegen die Zehlendorfer Wespen trafen nun zwei unmittelbar vom Abstieg bedrohte Mannschaften aufeinander. Entsprechend hoch war die Spannung im Spiel. Kurz vor der Halbzeitpause war es Annika Wiese, die mit ihrem Treffer zur 1:0 Führung für etwas Entspannung sorgte. In der 58. Minute konnte Greta Lyer das 2:0 erzielen, während man in den Abwehrreihen die Angriffe der Gastgeber gut unter Kontrolle bekam. Bis zum Schlusspfiff blieb es bei dem 2:0. Schritt 1 war getan, mit dem Sieg gegen die Zehlendorfer Wespen blieb man im Rennen um den Klassenerhalt. Die Freude über die 3 Punkte währte nicht lang. Der ATV Leipzig hatte ebenfalls einen Punkt aus dem Samstagsspiel geholt.
Schritt 2, das Endspiel gegen die Leipziger stand noch bevor. Die Brisanz des Spiels war aufgrund der Tabellensituation enorm hoch. Der Gewinner konnte sich über den Klassenerhalt freuen, während ein Unentschieden für beide Mannschaften den Abschied aus der Bundesliga bedeuten würde.
Die Partie ATV Leipzig gegen Eintracht Frankfurt begann ziemlich ausgeglichen. Beide Mannschaften hatten erkannt, um was es an diesem Tag geht. In der 20. Spielminute dann der Schock aus Sicht der Eintracht. Ecke für Leipzig, Treffer zum 1:0. Nur 10 Minuten später konnte Olha Hryzodub ebenfalls per Strafecke den Ausgleich erzielen. "Nach dem Seitenwechsel hatten wir noch gefühlte 30 Großchancen" kommentierte Abteilungsleiter Jürgen Fiedler den weiteren Spielverlauf. Doch ein weiterer Treffer ließ bis zum Schlusspfiff auf sich warten. 1:1. Unentschieden. 1 Punkt. Zwei Punkte mehr hätten es für den Klassenerhalt sein müssen. Nur 1 Tor mehr hätte heute den Klassenerhalt bedeutet.
Doch "hätte, wenn und aber hilft uns jetzt auch nicht mehr weiter, wir müssen nach vorne schauen", verkündete Jürgen Fiedler nach dem Spiel. "Das Kind ist in den Brunnen gefallen, da müssen wir es jetzt wieder rausbekommen". Schon auf dem Heimweg nach Frankfurt wurde die vergangene Saison analysiert und der Wiederaufstieg in Angriff genommen. Die übliche Pause zum Saisonende wurde einstimmig gestrichen. Es wird weitertrainiert. "Dann spielen wir nächstes Jahr wieder in der Bundesliga" waren sich die Spielerinnen einig.