1. Herren: Unentschieden in Marburg
Sonntag, 31. Januar 2010, 15:25
Acht Sekunden vor Schluss schlug der Ball ein letztes Mal im Tor ein, zum neunten Mal im Marburger Gehäuse, zum 18. Mal im gesamten Spiel. Nach 60 abwechslungsreichen und mitunter hektischen Minuten trennten sich der VfL Marburg und die Frankfurter Eintracht 9:9 Unentschieden - ein Ergebnis, mit dem die überlegenen Adler letztlich nur aufgrund des späten Ausgleichs zufrieden sein konnten.
Nach der unglücklichen 5:6-Niederlage am letzten Spieltag in Hanau hatte sich die Eintracht für das Spiel in Marburg viel vorgenommen und wollte nach nur einem Punkt aus zwei Rückrundenspielen endlich wieder einen "Dreier" einfahren. Und obwohl mit den verletzten Thomas Burkert (Rücken), Lars Rosinski (Rücken) und David Lyer (Schulter) drei wichtige Spieler ausfielen, war der Start mit dem frühen 1:0 durch Robert Sobat verheißungsvoll. Doch was dieses Tor auslöste, war weniger eine souveräne Vorstellung der Eintracht als ein Hin und Her mit wechselnder Führung. Erst kurz vor Ende der ersten Halbzeit gelang Ceyhun Tamer mit einem verwandelten Siebenmeter die erstmalige Zwei-Tore-Führung für die Eintracht. Dass die Mannen von Jürgen Diemar das Spiel zur Halbzeit jedoch nicht schon längst entschieden hatten, lag an der schlechten Eckenverwertung (nur eine von sechs Strafecken verwandelt) und mangelnden Konzentration vor dem Tor - alleine drei hochkarätige Torchancen in der Schlussminute der ersten Halbzeit blieben ungenutzt.
Und so ging bereits kurz nach Wiederbeginn das Hin und Her wieder los - dem Anschlusstreffer Marburgs folgte die erneute Zwei-Tore-Führung der Eintracht zum 6:4 sowie der erneute Anschlusstreffer Marburgs nach einer Strafecke. Und als dann Mitte der zweiten Halbzeit Eintracht-Stürmer Marc Merten verletzt in des Gegners Hälfte liegen blieb, konterte Marburg in Überzahl und erzielte den 6:6-Ausgleich. Erstmals in diesem Spiel zeigte sich die Eintracht verunsichert, kam für Minuten kaum mehr vor das Tor der Gastgeber und kassierte zwei weitere Treffer zum 6:8.
Eine von Marburger Seite heftig reklamierte Schiedrichterentscheidung leutete dann die Schlussphase des Spiels ein. Nachdem ein Marburger Spieler zum wiederholten Male den Ball aus kürzester Distanz in das liegende Brett eines Eintracht-Spielers gezogen hatte, zeigte der Schiedsrichter dem Marburger Spieler völlig zurecht die Gelbe Karte und verwies ihn für zwei Minuten des Feldes. Diese Chance nutzte die Eintracht, nahm Torhüter Sven Wenda zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Feld und setzte sechs Minuten vor Schluss auf volle Offensive. Und tatsächlich machte sich die doppelte Überzahl schnell bezahlt, Robert Sobat konnte innert weniger Sekunden zwei Mal den identischen Spielzug über Christian Zaade und Marc Merten vom Siebenmeterpunkt aus abschließen.
Doch auch dieser Ausgleich bedeutete noch nicht das Ende des Spiels. Die wieder vollzähligen Marburger fanden erneut zurück ins Spiel und trafen zwei Minuten vor Schluss zur 9:8-Führung. Wieder verließ Sven Wenda für einen weiteren Feldspieler das Feld - und erneut wurden Mut und Kampfgeist der Eintracht belohnt. Acht Sekunden vor Schluss fand ein Freischlag am Kreis von Cey Tamer den Weg über Robert Sobat zu Marc Merten, der mit dem 9:9-Ausgleich den Schlusspunkt unter ein hochdramatisches Spiel setzte.
Nächste Woche muss die Frankfurter Eintracht zum dritten Auswärtsspiel in Folge antreten und trifft am Sonntag (07.02.2010 um 11:45 Uhr) im stets hitzigen Derby auf Offenbach.
Von: Marc Merten