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Wahnsinn! U16 gewinnt Hessenpokal

Freitag, 16. Juni 2017, 09:37

Dank einer unbändigen Willensleistung konnte sich unsere U16 am Donnerstagnachmittag über 100 Spielminuten gegen die favorisierten Kickers aus Offenbach behaupten. Im folgenden Elfmeterschießen zeigten die Adlerträger keine Nerven, verwandelten alle Versuche und hatten wenige Augenblicke später die Hände an der Trophäe.

Nach dem überzeugenden Halbfinale in Erlensee hatte Chefcoach Anouar Ddaou keinen Anlass, etwas an seiner Startformation zu verändern und so begegneten die Riederwälder auch dem einen Jahrgang älteren und eine Liga höher geführten Kontrahenten im gewohnten Angriffsgewand. Speziell in der Anfangsphase attackierte die Eintracht ihre Gegenspieler bei jeder noch so kleinen Gelegenheit. Ein Vorgehen mit hohen Erfolgschancen, aber auch mindestens genauso großen Risiken. So dauerte es keine zwei Minuten, ehe der OFC einen winzigen Umschaltmoment dazu nutzen konnte, die gesamte Frankfurter Hintermannschaft auseinanderzunehmen. Mit Ausnahme von Torwart Dominik Bergbauer, der gegen den heranrauschenden Giorgian Veleanu in todesmutiger Manier zur Stelle war. Nur fünf Minuten darauf war Luka Garic nach einem Frankfurter Ballverlust auf und davon, einzig der Pfosten verhinderte Schlimmeres. In der darauffolgenden Szene übertraf sich Bergbauer einmal mehr selbst, als er aus kürzester Entfernung Garics Nachschuss entschärfte. Nach einer Viertelstunde erfuhr das Duell Bergbauer-Garic eine weitere Auflage, aus weiterer Entfernung erneut mit dem Keeper als Endsieger. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich das Geschehen auf dem Limburger Rasen allmählich beruhigt. Die vorherrschende Wildheit war einem etwas kontrollierenden Stil gewichen, was den Adlerträgern eindeutig zugutekam. Zwar blieben nennenswerte Möglichkeiten gegen den bestens organisierten Bundesligaabsteiger weiterhin Mangelware, umgekehrt gestatte Frankfurt seinem Konkurrenten ebenso wenige Einschussgelegenheiten. Ein langer Schlag nach einer halben Stunde bildete hierbei eine Ausnahme, doch Sebastian Alebiosu trennte den Angreifer im Sechzehner noch rechtzeitig wieder von der Kugel. Kurz vor der Pause meldete sich unterdessen Kahan Kuscu nach einem indirekt ausgeführten Freistoß erstmals im Namen der Eintracht zu Wort, fand jedoch seinen Meister in Schlussmann Gian Klahr. So ging es torlos in die Pause, unsere U16 war nach einem holprigen Beginn mehr denn je im Rennen.

Mit dem Vertrauen in die zurückerlangte Stabilität und leichten personellen Veränderungen waren die Riederwälder nach dem Seitenwechsel mehr als nur nur optisch überlegen, sondern vor allem wesentlich zielstrebiger. Nacheinander tauchten Junior Toure, der auf Rechtsaußen gerückte David Siebert und Kahan Kuscu gefährlich in Tornähe auf. Im Gegenzug das bewährte Duell: Freistoß Garic, Parade Bergbauer. Nachdem der blitzschnelle Jakob Lemmer in einem der seltener gewordenen Konter noch mit vereinten Kräften aufgehalten werden konnte, war der Stürmer in der nächsten Situation nicht mehr aufzuhalten und spitzelte das Leder nach einem Steckpass Gentrit Limanis unhaltbar ins lange Eck. Die Adlerträger zeigten sich danach zwar nicht geschockt, gegen die massierte Deckung Offenbachs jedoch allemal vor eine immense Herausforderung gestellt. Zwangsläufig erhöhte Frankfurt mit abnehmender Restspieldauer das Risiko, exemplarisch opferte Coach Ddaou einen Innenverteidiger, als Jacob Engel für Alebiosu den Rasen betrat. Der Flügelspieler hatte auch gleich eine Chance auf dem Schlappen. Diese verpuffte ebenso wie ein kurz zuvor um wenige Zentimeter neben den Kasten abgefälschter Abschluss Lorenzo Gicks. Je lauter die Uhr tickte, desto mehr zogen sich die Offenbacher in die eigene Hälfte zurück, die Räume wurden noch kleiner, jedoch nicht unauffindbar. Für zwei Durchbrüche sollte es noch reichen. Erst tankte sich der ins zentrale Mittelfeld beorderte Patrick Finger über den rechten Halbraum durch, scheiterte aber aus spitzem Winkel am Keeper. In der Schlussminute die wegweisende Aktion. Abermals war Finger im Strafraum an den Ball gelangt und nur noch durch ein Ziehen und Zerren von allen Seiten beizukommen. Anlass genug für den Referee, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Da der etatmäßige Strafstoßschütze Kuscu kurz zuvor das Feld verlassen hatte, übernimmt der eingewechselte Younes Hida die Verantwortung – verlädt Klahr und schraubt die Kugel ins linke obere Eck. Ein Ausgleich wie ein Siegtreffer, der den Adlerträgern für die Verlängerung eindeutig eher Auftrieb gab, als den sich in Gedanken scheinbar schon bei der Siegerehrung befindenden Offenbachern.

Was nicht zuletzt für den Schützen des goldenen Tores galt. Förmlich beflügelt setzte Hida in der ersten Halbzeit der Zusatzschicht zu einem unnachahmlichen Dribbling an, die Belohnung machte allein Keeper Klahr zunichte. Für den zweiten Abschnitt setzte die Eintracht gegen stehend k. o. wirkende Kontrahenten alles auf eine Karte und drängte unentwegt auf die Führung. Eine zu überhastet ausgespielte Überzahlsituation, ein abgewehrter Versuch Toures, ein leicht verzogener Abschluss Hidas; schon eröffnete der Schiedsrichter die Elfmeterlotterie.

Beginnen durften die Rot-Weißen. Luis Caic, Sohn von OFC-Coach Leonard Caic und wie der Vater mit Frankfurter Vergangenheit, platzierte den Ball hart ins rechte untere Eck, hatte die Rechnung aber ohne den reaktionsstarken Bergbauer gemacht, der die Kugel noch von der Linie kratzte. Die Eintracht hatte ihr Schicksal früh in den eigenen Füßen! Eine Gewissheit, nun erstmals etwas verlieren zu können, hätte nicht zum ersten Mal die Betroffenen eher gelähmt, was von diesen ein Jahr jüngeren B-Junioren jedoch nicht eine Sekunde anzunehmen war. Uth, Weingärtner, Kuscu – letztere drei durften in der Verlängerung regulär als neue Einwechselspieler mitwirken – und Sy verwandelten genauso sicher wie die übrigen vier Offenbacher Schützen. Also war es erneut an Younes Hida, den Deckel nicht nur auf den Topf zu setzen, sondern diesen für immer zu verschließen. Der Linksfuß ließ sich gar nicht erst auf Kompromisse ein. Selber Anlauf, selbe Ecke, die Pille nahe am Kreuzeck, kurz: unhaltbar. Nicht zu halten waren nach dem 5:4 im Elfmeterschießen erst recht nicht die Frankfurter Jungs, sofern es die Kräfte nach dieser Nerven- und Hitzeschlacht denn zuließen.

Umso höher war es im Nachhinein zu bewerten, „dass wir in der Verlängerung zulegen konnten“, war Trainer Ddaou von der „Kampf- und Willensleistung“ seiner Schützlinge beeindruckt. Dabei wusste Ddaou das Geschehen ganzheitlich einzuschätzen: „In der regulären Spielzeit hatte Offenbach mehr Vorteile, die Verlängerung gehörte dann uns. Wir haben uns speziell für die zweite Halbzeit der Verlängerung vorgenommen, unbedingt auf Sieg zu spielen“, bestätigte der Coach die äußeren Eindrücke und schloss zufrieden ab: „Wir wollten den Hessenpokal gewinnen, das ist uns gelungen.“

 

Kickers Offenbach U17 – Eintracht Frankfurt U16 4:5 i. E. 1:1 (1:1, 0:0)

Offenbach: Klahr – Nopp, Lau (41. Schäfer), Garic, Krasniq (72. Knezovic), Veleanu, Limani (80. + 1 Korn), Klopstock, Caic, Dos Santos Ferreira (47. Gick), Lemmer

Frankfurt: Bergbauer – Siebert, Finger, Türksoy, Alebiosu (67. Engel), Dejanovic, Vogler, Uth (77. Hida), Kuscu (75. Boakye), Weingärtner (41. Sy), Toure

Tore: 1:0 Lemmer (53.) 1:1 Hida (80., Foulelfmeter)

Elfmeterschießen: 0:0 Caic (nicht verwandelt) 0:1 Uth (verwandelt), 1:1 Garic (verwandelt), 1:2 Weingärtner (verwandelt), 2:2 Knezovic (verwandelt), 2:3 Kuscu (verwandelt), 3:3 Krasniq (verwandelt), 3:4 Sy (verwandelt), 4:4 Klahr (verwandelt), 4:5 Hida (verwandelt)

Von: Daniel Grawe

 

 

 


 

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