Aktuelles vom Futsal

Siege beider Teams zum Auftakt der Play-Off-Runde

Mittwoch, 27. Januar 2010, 10:44

Es ist Play-Off Zeit in der Hessenliga. Der neue Modus, der in dieser Saison zum ersten Mal Anwendung findet, teilt nach der Vorrunde die Tabelle der Hessenliga in zwei Teile: Die ersten vier Teams spielen untereinander den Hessenmeister aus – jeder gegen jeden und mit der Hälfte der Punkte aus der Vorrunde; entsprechend wird in der zweiten Tabellenhälfte verfahren. Beide Teams der Eintracht gingen also als Tabellenführer in die Play-Off bzw. Play-Down Runde.

Das Team von Eintracht Frankfurt I traf zunächst auf den Gegner des letzten Spieltages der Vorrunde, die SKG Erfelden. Und Frankfurt begann stark, kontrollierte das Spiel, während Erfelden abwartete. In der zweiten Minute erreicht ein Abwurf von Torwart Koch Lovchev im Halbfeld, der zu einem unwiderstehlichen Dribbling ansetzt, zwei Gegner abschüttelt und von der Grundlinie einen festen und präzisen Pass spielt, der Kniller am zweiten Pfosten findet – 1:0, und man könnte nun sein Spiel spielen.

Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Die Eintrachtler bringen noch einige gute Aktionen, während Erfelden mit Spiel, Gegner und Schiedsrichter zu hadern beginnt. Und unerklärlicherweise nehmen die Futsal-Adler diese Unruhe in ihr Spiel auf, werden hastig und unkonzentriert, die Pässe unpräzise. Dann der erste Wendepunkt des Spiels: Frankfurt verliert den Ball im Mittelfeld, der Schuss aus gut 18 Metern wird von Riedl unglücklich abgefälscht – Eigentor 1:1. Jetzt spüren die an diesem Tage enorm bissigen Erfeldener Rückenwind, die Eintracht scheint verwundbar zu sein und der Gegner setzt nach.

Allerdings fordert die harte Gangart der Erfeldener auch ihren Tribut in Form von Mannschaftsfouls, rasch sind die fünf Fouls erreicht. Dann wird El Merhanizu Fall gebracht, aber der gut aufgelegte Torwart von Erfelden kann Özbeks 10-Meter-Freistoss entschärfen. Keine 30 Sekunden später die gleiche Situation. Wieder Özbek vom 10-Meter-Punkt nach Foul an El Merhani. Diesmal trifft der sonst so sichere Schütze nur die Unterkante der Latte (16.). Auch der nächste Angriff der Eintracht wird mit einem Foul an El Merhani unterbunden, das aber die Schiedsrichter übersehen. Özbek vertändelt daraufhin den Ball und der Gegner kommt endlich zu seinem gefürchteten Konter-Spiel, aber der Abschluss der Erfeldener passiert knapp den Pfosten

Dann wieder eine Unaufmerksamkeit der Eintracht – eine Ecke wird vom zweiten Schiedsrichter in einen Torabschlag umgewidmet, die Frankfurter lamentieren statt zu reagieren und Torwart Koch beweist seine Klasse im 1 gegen 1 und gleich darauf im eins gegen zwei und klärt schließlich, unter Einsatz aller Körperteile, zum Eckball. Nur noch 36 Sekunden auf der Uhr, Frankfurt in Ballbesitz, ein verunglückter Rückpass stellt Özbek mit dem Rücken zum Gegner – und Özbek lässt sich übertölpeln, begeht fast mit der Schlusssirene das sechste Mannschaftsfoul der Frankfurter: 10-Meter für den Gegner, aber Torwart Koch ist auf dem Posten und hält den harten Schuss.

Souverän begonnen, den Gegner ins Spiel gebracht, dann die eigenen Chancen nicht genutzt und zuletzt Glück gehabt, nicht mit 1:3 in den Rückstand zu geraten – an Themen für die Pausenansprache gab es, jedenfalls auf Frankfurter Seite, an diesem Tage keinen Mangel.
In Halbzeit zwei begann Frankfurt ruhiger – so viel ruhiger, dass bis zur 9. Minute nichts passierte, so viel ruhiger, dass die Spieler in der 9. Minute vergaßen, Torwart Koch eine Anspielstation zu bieten, so ruhig sogar, das Koch vergaß, was dann zu tun ist, und den Ball dem Gegner in die Füße rollte: 1:2 in der 9. Minute. Aber jetzt kam endlich die Reaktion und die Futsal-Adler begannen ihr Spiel zu spielen. Wieder setzt Lovchev zu einem Solo an, diesmal ist El Merhani in der Mitte frei und schiebt ein (2:2, 11.).

Dann der zweite Wendepunkt des Spiels: Ein Erfeldener Spieler begeht ein rüdes Foul, ist bereits verwarnt und beschwert sich so lautstark, dass dem Schiedsrichter gar keine Wahl mehr bleibt: gelb-rote Karte, Erfelden für zwei Minuten nur mit drei Feldspielern und Freistoß für die Eintracht aus guter Position. Lovchev trifft zum 3:2 (11.). Zwar dürfen die Erfeldener wegen des Gegentreffers wieder vollzählig weiterspielen – die Unterzahl dauerte nur einen Freistoß lang – aber die Mannschaft ist nun so aufgebracht, dass sie vollständig die Linie verloren hat und Frankfurts schnellem Spiel nicht folgen kann. Özbek bekommt den Ball auf rechts, gewinnt den Zweikampf und zieht über die Mitte zum Tor – der Schuss kommt ansatzlos: 4:2 (14.).

Dann eine ähnliche Situation mit Zerouali von links, allerdings wird dieser gefoult und Lovchev verwandelt den Doppelten Penalty zum 5:2 (15.). Jetzt bäumen sich die Erfeldener noch einmal auf, versuchen Druck auf das Frankfurter Tor auszuüben. Das eröffnet Raum für Konter: Zerouali und Taboui im Zusammenspiel, der Schuss wird geblockt doch der mitgelaufene Kniller bekommt den zweiten Ball, 6:2 (16.). Dann zeigt Taboui, wie dynamisch er spielen kann und beendet ein feines Solo mit einem Querpass auf Hilper, der humorlos vollendet (7:2, 17.).

Das Spiel ist gelaufen, Zeit um den fünften Feldspieler der Eintracht in dieser Saison auf das Feld zuholen: Herrn Schlendrian. Hilper mit dem Ballverlust, drei von vier Frankfurter Spielern verzichten auf die Rückwärtsbewegung, Torwart Koch ist chancenlos – 7:3 und noch zwei Minuten auf der Uhr. Jetzt wurde die Schlussphase noch einmal hektisch – dieses Spiel hatte eine sehr eigentümliche Dynamik – obwohl keine bedeutende Ergebnisveränderung mehr zu erwarten war. Und in der Tat, zwar bekam Erfelden noch zwei doppelte Penaltys zugesprochen, aber Torwart Koch war heute bei den Standards unüberwindbar.

Im zweiten Spiel der Eintracht an diesem Tage gelang der zweiten Mannschaft, trotz einiger personeller Ausfälle, ein 6:3-Sieg über den SV Raunheim. Das Team von Trainer Wagensommer zeigt damit, dass es die Enttäuschung, nur wegen eines einzigen Tores die Play-Offs verpasst zu haben, gut verdaut hat.

Am Samstag, den 30. Januar 2010 trifft das Team von Eintracht Frankfurt I in der Halle der Otto-Hahn-Schule in Nieder-Eschbach im vorentscheidenden Spiel auf den RSV Petersberg. Anstoß ist um 11.00 Uhr.

Von: Felix Haag


 

Kontakt

Horst Schumacher
Trainer

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