Eintracht im Finale um den Hessenpokal!
Freitag, 18. Juni 2010, 16:50
Nach dem Ende der Punkte-Runde hatten die Futsaler Zeit, die vergangene Saison zu analysieren und sich auf den Saisonabschluss – den Sportsoutlet 24 Hessen Futsal Pokal, der im Juni ausgespielt wird – vorzubereiten.
Dafür fuhr man unter anderem zu einem Testspiel gegen eine belgische Nationalauswahl nach Brüssel, der man erwartungsgemäß und im Ergebnis klar unterlag. Doch diese Fahrt brachte nicht nur Erkenntnisse und Erfahrungen für Spieler und Trainer, sondern zeigte konkret, an welchen Punkten das Eintracht-Team grundsätzlich konkurrenzfähig ist, und worauf im Training noch zusätzlich geachtet werden muss, wenn man international bestehen möchte.
Dann stand der Kaiser-Cup der Strandkaiser aus Krefeld auf dem Programm, ein internationales Turnier, bei dem die nationale Futsal-Elite fast vollständig vertreten war. Leider musste die Eintracht wegen zahlreicher Verletzungen hier mit einem dezimierten Team antreten und konnte keine entscheidende Rolle im oberen Tableau des Turnieres spielen, wo sich Hertha BSC im Finale dem Süddeutschen Meister Portus Pforzheim geschlagen geben musste (der MKFC Karlsruhe, 3. der Süddeutschen Meisterschaft 2010, und die Futsal-Panthers aus Köln, DFB-Cup Sieger 2009, belegten die Plätze drei und vier).
Am 12. Juni 2010 fand die erste Runde des Hessenpokals an den drei Spielorten in Künzell, Groß-Gerau und Raunheim statt, mit 14 Teams aus Hessen. Die Adler waren zu Gast in Osthessen und trafen in ihrer Gruppe auf die Ligakonkurrenten aus Schweinheim und Petersberg, dazu auf das Uni-Team aus Marburg und eine Fuldaer Stadtauswahl aus höherklassigen Fußballspielern.
Zum Turnierauftakt traf man auf die alten Bekannten aus Schweinheim, die – wie die Eintracht und die Petersberger auch – stark ersatzgeschwächt antreten mussten. Die lange Saison hat bei allen Teams Spuren hinterlassen. Die Schweinheimer waren an diesem Tag nicht konkurrenzfähig und hatten nur zwei Spieler – darunter den Torwart – aus ihrem Saison-Stammkader im Aufgebot. Dementsprechend kam Frankfurt durch Treffer von Riedl (Minute 6’ und 20’), Kniller (14’ und 18’) und Radan (16’) zu einem ungefährdeten 5:0 erfolg. Schweinheim nahm den Termin als freundlichen Saisonausklang und belegte am Ende den letzten Platz.
Im zweiten Gruppenspiel traf die Eintracht dann auf die Futsaler der Uni Marburg – das mit der Eintracht beste Team dieser Gruppe. Es war ein spannendes und teilweise rasantes Futsal-Spiel, das jedoch von Marburger Seite aus sehr hart und ruppig geführt wurde. Doch die Frankfurter nahmen den Kampf an und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Wohl musste Lovchev nach einem Fehler in der 3. Minute ein taktisches Foul begehen, um den Rückstand zu vermeiden und die Adler hatten Glück, dass er dafür nur die gelbe Karte sah. Allerdings blieben die Schiedsrichter dann weiter bei ihrer großzügigen Linie und ersparten im Verlauf des Spiels den Marburgern ebenfalls zwei angebrachte Platzverweise.
Nach dem man sich also ausgiebig beharkt hatte, besann man sich wieder auf das Eigentliche, den Futsal: ein Zweikampf im Strafraum, Radan blockt den einen Gegner, der andere Marburger Verteidiger schaltet langsamer als Kniller: 1:0 (10’). Nach 14 Minuten hatten die Marburger ihr Foul-Kontigent trotz der Nachsicht der Schiedsrichter ausgeschöpft, gaben aber nicht auf. Ein Konter des Uni-Teams in der 16. Minute endet mit einem satten Schuss an den Pfosten. Jetzt machen die Adler ernst, spielen ihre Angriffe sauber aus und treffen: Radan nach Pass von Kniller (16’) und nach einem Einkick von Riedl trifft Lovchev auf Pass von Radan im zweiten Versuch (19’). Ein klarer und verdienter, aber hart erstrittener 3:0-Erfolg.
Dann das Spiel gegen die Widersacher aus Petersberg – dieses Jahr noch vor America Latina zweiter in der Hessenliga. Doch die Petersberger hatten bereits ihre Hoffnungen weitgehend begraben, nach Niederlagen gegen Fulda und Marburg, sie hatten einen rabenschwarzen Tag erwischt. Aber wie so oft, wenn man denkt es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her – in diesem Falle ein Irrlichtern des Adlerteams.
Frankfurt spielte pomadig und langsam und vermied es die Petersberger irgendwie unter Druck zu setzen. Die Osthessen bedankten sich für die Wiederbelebung mit einem Konter zum 1:0 (6’). Zwar spielte die Eintracht überlegen, allein ein Tor wollte nicht gelingen. Und mit jeder vergebenen Chance stieg der Ehrgeiz der Gegner. Dann nahmen die Adler drei Minuten vor Schluss den Torwart heraus und spielten mit 5 Feldspielern und endlich wurden die Angriffe ruhig und konzentriert zu Ende geführt: Lovchev trifft ins lange Eck (18’), Radan schließt einen Eckball erfolgreich ab (19’) und Zerouali trifft aus 25 Metern ins leere Tor, nachdem die Petersberger ihrerseits den Torwart aufgelöst haben (20’). Der 3:1 Sieg stellt das weiterkommen sicher, aber sein Zustandekommen hat bis zuletzt Kraft gekostet, die nun, im letzten Spiel des Tages um den Gruppensieg gegen Fulda fehlte.
Die Osthessen hatten, wie die Eintracht auch, alle bisherigen Gruppenspiele gewonnen. Doch die Frankfurter begannen das Spiel mit einem Blitzstart: Lovchev wird nicht angegriffen, nimmt Tempo auf und schießt ins lange Eck ein, 1:0 in der ersten Minute. Doch Kraft und Konzentration lassen schnell nach, der lange Turniertag und die kurze Pause zwischen den letzten beiden Spielen haben das ersatzgeschwächte Team gezeichnet. Kurz darauf schaltet Lovchev nicht schnell genug, und lässt sich auf der rechten Seite einfach überlaufen. Der Gegner hat Zeit und Glück: Torwart Koch rutscht der Schuss noch durch die Beine – Ausgleich (3’).
Dann wieder eine Unaufmerksamkeit, der Gegner hat sich schon festgespielt, legt den Ball zurück, aber kein Frankfurter rückt heraus und stellt die Schussbahn zu. Die erfahrenen Fuldaer Spieler erkennen eine Einladung, wenn sie eine bekommen, und nehmen dankend an: 1:2 (6’). Doch dann verliert Zerouali den Ball, Konter Fulda, 1:3 (7’). Jetzt beginnen sich die Adler wieder etwas zusammen zu raufen, Eckball Frankfurt, Zerouali bekommt den zweiten Ball, spielt zu Kniller und der findet Radan im Strafraum, 2:3 (9’). Dann wieder ein Eckball, Lovchev kommt zum Schuss, trifft aber nur die Latte.
Jetzt wird die Partie etwas wild, die Stadtauswahl versucht sich mit Kabinettstückchen und Zerouali zeigt dann seinerseits, was das mit einem Futsalball bedeuten kann. Seine Soli bringen den Gegner zwar in Bedrängnis, aber seine Abschlüsse sind diesmal erfolglos. Zerouali versucht es dennoch und einmal zu viel: ein Ballverlust, es fehlt die Kraft für die Rückwärtsbewegung, Torhüter Koch pariert den Schuss, doch der Gegner bekommt den Abpraller und spielt mit drei gegen zwei den Angriff sauber aus: 2:4 und noch sieben Minuten.
Nun versuchen die Osthessen das Spiel herunter zu spielen, aber die Adler wollen sich nicht die Blöße einer Niederlage geben. Sie erobern den Ball, greifen schnell an, über Radan und Lovchev, der zum 3:4 trifft (16’). Gleich darauf – Frankfurt hat wieder den Ball – ein Spielzug über das ganze Feld, jeder Eintrachtspieler ist an der Kombination beteiligt, bis schließlich Riedl auf Radan spielt, der zum Ausgleich einschießt (4:4, 17’). Jetzt ist Fulda unter Druck, doch den Frankfurtern gelingt der Siegtreffer nicht, Kniller und in der letzten Minute Lovchev verfehlen jeweils knapp.
Fulda, dank des Torverhältnisses Gruppensieger, und Eintracht Frankfurt als Gruppenzweiter sind für die Endrunde am 26. Juni in Groß Gerau qualifiziert. Komplettiert wird das Feld aus den anderen Gruppen durch die Teams der SKG Erfelden und America Latina aus der Futsal-Hessenliga, dazu die Uni-Mannschaften der JWG-Universität Frankfurt und der TU Darmstadt.
Eintracht Frankfurt bedankt sich bei den Gastgebern aus Petersberg für das Turnier und den freundlichen Empfang und bei den Gegnern für die guten und fairen Spiele.