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"Wir sind froh, den Negativtrend gestoppt zu haben"

Mittwoch, 03. Februar 2010, 19:46

Herr Skeledzic, vor der Saison haben Sie das Ziel „oben mitspielen“ ausgegeben. Vor Beginn der Rückrunde steht unsere U19 aber mit 19 Punkten auf dem achten Tabellenplatz. Warum?

Nach einem etwas holprigen Start, mit einem Punkt aus den ersten drei Spielen, konnten wir ab dem dritten Spiel eine Serie von drei Siegen in Folge hinlegen. Mit einem weiteren Sieg über den Karlsruher SC winkte sogar Platz zwei. Leider haben wir das Spiel mit 1:0 durch einen Freistoß-Sonntagsschuss verloren, obwohl wir das komplette Spiel kontrolliert und als sicherer Sieger vom Platz hätten gehen müssen. Dennoch haben wir uns von dieser Niederlage nicht beeindrucken lassen und haben daraufhin Waldhof Mannheim mit 6:1 besiegt und auch bei den roten Teufeln in Kaiserslautern einen 4:2-Sieg eingefahren. Beim Spiel in Mainz (3:2) hatten wir zwanzig schlechte Minuten vor der Halbzeit, die die Mainzer zu ihrer Führung und letztendlich zum Sieg genutzt haben. Ein Remis wäre sicherlich das gerechtere Ergebnis gewesen, da wir die komplette zweite Spielhälfte angerannt, aber nicht dafür belohnt wurden. Ich denke, dieses zweite Neagativerlebnis in kurzer Zeit, als wir die Chance hatten, uns ganz oben festzusetzen und unsere Gegner tabellarisch zu überholen, hat uns leider einen kleinen Knacks gegeben. Die nachfolgenden Spiele gegen die beiden Münchener Vereine waren hingegen absolut desolat und gingen auch deutlich verloren. Enorm wichtig war dann für uns, dass wir das letzte Spiel der Runde gegen Greuther Fürth mit 2:1 gewonnen haben und somit den Negativtrend vor der Winterpause beenden konnten.

Wie auch in der letzten Saison mussten Sie über die gesamte Hinrunde immer wieder verletztungsbedingt auf Stammspieler verzichten.

Fünf bis sechs potenzielle Stammspieler (u.a. Cenk Tosun, Tobias Wedemeyer, Stefano Cincotta, Anthony Jung oder Marco Vollhardt, Anmerkung der Redaktion) standen annähernd die komplette Vorrunde nicht zur Verfügung. Wir haben die schwerwiegenden Ausfälle über einen großen Zeitraum gut kompensieren können, da wir Woche für Woche an unserem Limit gespielt haben. Gerade in den „Big-Point“-Spielen (KSC / Mainz) haben uns die paar Prozentpunkte gefehlt.

Das ist eigentlich der Hauptgrund dafür, dass wir derzeit in der Tabellenmitte stehen. Wir haben elf Punkte Rückstand auf Platz zwei, elf Punkte Vorsprung auf den Abstiegsplatz. In der Tabelle geht es ab dem dritten Platz besonders eng zu. Der Tabellenvierte SC Freiburg, gegen den wir in der ersten Partie der Rückrunde (So, 14.2., 12 Uhr) spielen, hat aber nur drei Punkte Vorsprung auf uns. Sollten wir das erste Spiel gewinnen, sind wir punktgleich mit Freiburg. Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, gut aus den Startlöchern zu kommen.

Die Spiele gegen den VfB Stuttgart (1:5), gegen 1860 München (0:3) und die Pokalpartie gegen 1899 Hoffenheim (5:1) haben ihnen Bauchschmerzen bereitet, weil ihre Mannschaft die Partien innerhalb kurzer Zeit aus der Hand gaben. Wie wollen Sie verhindern, dass sich solche Spiele wiederholen?

Man kann immer mal ein Spiel verlieren. Wie gegen den KSC beispielsweise, in dem wir überragend gespielt haben. Es kommt aber immer auf das „Wie“ an. Wenn ich die Vielzahl der Zweikämpfe verliere, kann man auch kein Spiel gewinnen. So kann man sich nicht präsentieren. Die drei erwähnten Spiele gehen überhaupt nicht! Da steht man draußen und das Ding ist nach 20 respektive 30 Minuten erledigt - da kann man jede Taktik oder Spielvorbereitung gleich in die Tonne kloppen. Das hat was mit Einstellung und Willen zu tun. Da war ich schon sehr enttäuscht mit welcher Emotionslosigkeit wir diese Spiele abgegeben hatten. Das haben wir in Gesprächen intern aufgearbeitet. Es gab dazu auch eine Präsentation sowie eine deutliche Ansprache von mir. Auch eine Videoanalyse, die klar die Fehler aufgedeckt hat. Wir haben entsprechend trainiert und die Schrauben angezogen.

„Jeder muss um seinen Platz kämpfen“, haben Sie vor Beginn der Winterpause erklärt. Haben das die Spieler begriffen?

Sie haben es schon begriffen. Natürlich mussten meine Spieler auch davor stets um ihren Platz kämpfen. Nur habe ich dem ein oder anderen in der Hinrunde vielleicht etwas zu lange „die Stange“ gehalten und sie zu sehr geschützt. Dieses Vertrauen haben manche ausgenutzt und dachten es wird so immer weitergehen. Das wird in der Rückrunde aber nicht mehr passieren. Es werden die spielen, die sich an die Anweisungen halten und die taktische Disziplin in der Offensive und Defensive mitbringen.

Wie sind Sie mit der Vorbereitung zufrieden?

In diesem Jahr ist es wirklich extrem schwierig. Wir konnten uns aufgrund der Platzverhältnisse und der Kälte nicht so vorbereiten, wie wir das gerne getan hätten. Testspiele gegen SC Eintracht Oberursel (1. Mannschaft) oder Rot-Weiß Erfurt mussten abgesagt werden. Ende Januar sind wir nochmals für ein paar Trainingseinheiten in die Halle gegangen, um etwas mit dem Ball machen zu können. Ein absoluter Härtetest der Rückrundenvorbereitung erwartet uns bei Borussia Dortmund (Fr., 5.2., 19 Uhr, Dortmund) sowie der letzte Feinschliff im Spiel gegen die Stuttgarter Kickers (So., 7.2., 14 Uhr, Oberursel). Von einer geordneten Vorbereitung kann man dennoch leider nicht sprechen, aber damit haben auch die anderen Mannschaften zu kämpfen. Wir hoffen trotz allem, dass wir gut aus den Startlöchern kommen. Im Hinspiel haben wir in Freiburg 2:2 gespielt und dort die ersten Punkte liegen gelassen. Das soll uns nicht noch einmal passieren.

Was haben sich die Mannschaft und Sie für die Rückrunde vorgenommen?

Ich hoffe sehr, dass wir vom Verletzungspech verschont bleiben. Ansonsten wollen wir natürlich so viele Spiele wie möglich gewinnen und vor allen Dingen einen attraktiven und ansehnlichen Fußball bieten.

Von: Christoph Safran

 

 


 

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