Vorsicht vor der "alten Dame"
Donnerstag, 10. Juni 2010, 16:40
Am Mittwoch, den 16. Juni spielt unsere U17 im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft höchstwahrscheinlich gegen Hertha BSC Berlin. Wir haben viele Gründe gefunden, warum man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen darf.
Zugegeben: Dass das Team von Alexander Schur über die komplette Saison hinweg ziemlich souverän durch die vermeintlich stärkste der drei B-Junioren-Ligen marschiert ist, lässt sie in einer kleinen Favoritenrolle um die Deutsche Meisterschaft schlüpfen. Warum man die Jugend der "alten Dame" aber keines falls unterschätzen sollte, zeigen schon einige Zahlen der fast abgelaufenen Saison.
Die Jungs von Trainer Thomas Krücken haben in der Rückrunde 28 Punkte aus 11 Spielen geholt, bei einer Niederlage und einem Remis. Aus den letzten sieben Spielen holten sie sogar die volle Punktzahl mit 26:0 Toren. "Meine Mannschaft hat sich besonders im individualtaktischen Bereich verbessert." lobt Krücken seine Schützlinge. "Alle haben sehr konzentriert und zielstrebig das Jahr über gearbeitet, sie haben sich durch die Rückrunde ein gesundes Selbstvertrauen erarbeitet und sind extrem hungrig." erklärt der Coach den fast sicheren Einzug in die Endrunde.
Als mannschaftstaktische Verbesserung, die Krücken hervorheben würde, sieht er das deutlich verbesserte Umschaltverhalten von Offensive auf Defensive. Auch "spielen wir mittlerweile ein sehr gutes Pressing und versuchen damit meist erfolgreich den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen." resümmiert er im Interview gegenüber herthabsc.de. Als größte Stärke gibt der Berliner-B-Jugend-Ausbilder die mannschaftliche Geschlossenheit an: "Jeder einzelne Spieler ist wichtig im Team und ich kann mich auf alle Spieler verlassen. Von den Jungs, die vieleicht nicht in der Stammelf stehen, hat sich nie einer hängen lassen." Beleg gefällig? In den letzten drei Liga-Spielen, die mit insgesamt 15:0 Toren gewonnen wurden, standen 21 Spieler auf dem Platz und neun verschiedene Torschützen auf den Spielberichtsbögen. Als Indiz für den deutlichen Leistungsschub sieht er nicht nur die Fitness, um "diesen Tempofussball über die ganzen 80 Minuten zu zeigen", sondern auch die Tatsache, dass aus dem Berliner Kader anfangs ein Spieler für die Nationalmannschaft abgestellt werden musste, heute sind es acht.
Ein Manko, dass der Trainer allerdings ausmacht, ist die mangelnde Chancenverwertung. "Wir werden aber in den kommenden Wochen daran arbeiten, aus unserer Dominanz noch mehr Treffer zu erzielen." gelobt Krücken Besserung.
Historisch betrachtet hat Hertha BSC Berlin im Nachwuchsfußball einen exzellenten Ruf: in der letzten Dekade standen die Unter-Siebzehnjährigen achtmal in der Endrunde, wovon sie einmal das Viertelfinale und viermal das Halbfinale erreichten sowie dreimal den Titel holten. Unser Nachwuchs stand zuletzt 2002 im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Den Titel gewannen sie zuletzt 1991.
Im Hinspiel am Mittwoch, den 16. Juni 2010 (19,00 Uhr, Langenselbold) sei also vor einer starken Mannschaft von der Spree gewarnt. Es wird mit Sicherheit ein spannendes Spiel, für das Sie bei der Fan- und Förderabteilung noch Eintrittskarten kaufen können. Ausserdem werden Busfahrten zu beiden Halbfinalspielen angeboten.
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Von: Arndt Götze