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Kurioser Schlagabtausch – U16 4:3 gegen Baunatal

Donnerstag, 18. Mai 2017, 11:14

Sieben Tore, drei Elfmeter und eine klare Angelegenheit, die am Ende doch noch eine Portion Nervenkitzel erhielt. Im mittwochabendlichen Flutlichtspiel unserer U16 gegen den KSV Baunatal kamen die Besucher durchaus auf ihre Kosten.

Zum ersten Mal in dieser Saison waren die Adlerträger anstatt auf dem gewohnten Kunstrasen im Riederwaldstadion aufgelaufen. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase an die neue Umgebung kam nach fünf Minuten erstmals die verhältnismäßig größere Spielfläche zum Tragen. Nach einer gescheiten Verlagerung Luca Uths auf den am rechten Flügel wartenden Junior Toure flankte dieser in den Strafraum, wo Kahan Kuscu mit dem Kopf zur Stelle war. Dies galt aber auch für Schlussmann Janick Schäfer, sodass Frankfurt erst nach einer Viertelstunde für die enorme Feldüberlegenheit in die Führung ummünzte. Nach einem Rempler an Max Vogler hatte der Schiedsrichter auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Eine Sache für Torjäger Kuscu, der das Spielgerät im rechte Eck unterbrachte. Das 18. Saisontor des Mittelstürmers. Keine zwei Minuten darauf hätte sich Baunatal über einen weiteren Strafstoß nicht beschweren dürfen, als der Referee ein Foul an Uth an die Strafraumkante verortete. Die folgende Auflage Dejanovics schmetterte Kuscu in die Mauer. Im weiteren Verlauf änderte sich wenig am Gesamtbild. Die Gäste vornehmlich mit destruktiven Befreiungsschlägen, die umgehend wieder zurückgelangten, die Hausherren deutlich überlegen, jedoch nicht mit der allerletzten Zielstrebigkeit in ihren Aktionen. So entsprang auch die nächste Torannährung einem Standard, als Dejanovic Schäfer aus etwa 27 Metern per direktem Freistoß prüfte. Da war die erste Halbzeit schon weit vorangeschritten und der KSV wartete noch immer auf die erste vage Torannährung. Diese entsprang nach 25 Minuten eher einem Zufallsprodukt, als eine Flanke von der linken Seite auf den Fingerspitzen von Eintracht-Keeper Dominik Bergbauer landete und danach gen Eckfahne kullerte. Die übrigen Szenen bis zur Pause gehörten denn wieder dem Gastgeber. Nach einer halben Stunde zog Rechtsverteidiger Dennis Dinyer ins Zentrum und versuchte es aus 17 Metern mit seinem schwächeren linken Fuß. Auch die verheißungsvollste Gelegenheit Baunatals fünf Minuten vor dem Seitenwechsel ging in erster Linie auf das Konto der Eintracht, nachdem der letzte Innenverteidiger erst den Ball vertändelte, das folgende Laufduell aber im letzten Moment für sich entschied und das Leder energisch abgrätschte. Im Gegenzug das überfällige 2:0, als Junior Toure aus nächster Nähe erst am Torwart scheiterte, der Abpraller an die Füße des Angreifers und von dort schlussendlich über die Torlinie rollte.

In dem Eindruck, auch mit halber Kraft jederzeit Herr der Lage sein zu können, schlichen sich mit dem Seitenwechsel ein ums andere Mal kleinere und gröbere Nachlässigkeiten in das Spiel der Riederwälder ein. So kam schon nach wenigen Minuten Elgurmüs Özgür aus nächster Nähe unbehelligt zum Abschluss, setzte die Murmel aber am linken Pfosten vorbei. Kurz darauf, durften sich die Frankfurter Jungs bei Torhüter Bergbauer bedanken, nicht den Anschluss kassiert zu haben. Dieser fiel dann nach knapp einer Dreiviertelstunde und wieder hatte ein Adlerträger seine Hände im Spiel, als die Kugel Furkan Türksoy unglücklich an den Arm sprang. Den fälligen Elfer verwandelte Valdrin Kodra rechts unten. Die Antwort des Tabellendritten ließ nicht lange auf sich warten. Schon mit der nächsten Aktion flankte der mit der Einwechslung Denis Huseinbasics auf den rechten Flügel ausgewichene Kuscu an den langen Pfosten, wo er in Maximilian Sobocinski einen dankbaren Abnehmer fand. Die Mithilfe eines Eigentores hätte es in der folgenden Dauerdruckperiode eigentlich nicht bedurft. Da bei den Gästen der Mut zunahm und zugleich die Kräfte schwanden, fanden die Riederwälder immer häufiger weiträumige Flächen vor, um den Gegner zu sezieren. Nach einer Stunde kombinierten sich Dejanovic und Leandro Weingärtner sehenswert über den rechten Halbraum, ehe letzterer den finalen Steckpass an den Pfosten platzierte. Nur wenige Augenblicke später machte Türksoy keine Kompromisse mehr. Der Innenverteidiger stieß unaufhaltsam in die Box vor und versenkte das Spielgerät überlegt im kurzen Eck. In weiterer Folge rollte eine Konterwelle nach der anderen über die Baunataler hinweg. Zunächst eroberte Dejanovic die Kugel weit in der gegnerischen Hälfte und bediente Kuscu, der seinen Schuss jedoch freistehend zu hoch ansetzte. Keine fünf Minuten darauf fing Huseinbasic einen zu kurzen Abstoß des KSV-Keeper ab und verfehlte das Ziel von der Strafraumkante nur um Haaresbreite. Dann war wieder Kuscu an der Reihe. Von der linken Seite in den Sechzehner gedribbelt zwirbelte der Neuner die Pille auf das lange Eck, doch Schäfer bekam noch die Fingerspitzen an den Ball. Angesichts einer derartigen Überlegenheit sollten die verbleibenden fünf Minuten bis zum Ende einem Kuriositätenkabinett gleichkommen. Denn erst überspielte Baunatal die zu luftige Frankfurter Hintermannschaft, woraufhin Hadi Jaafari auf 4:2 verkürzte. Die anschließende Abfolge der Ereignisse stellte die Widersprüchlichkeit von Kräfteverhältnis und Resultat vollends auf die Spitze. Nachdem Max Bell Bell einen scharfen Steilpass Türksoys neben das Gehäuse geschossen hatte, kamen die Gäste mit dem darauffolgenden Gegenstoß zum zweiten Elfmeter. Diesmal lief Nico Brandt an, auch der traf. Nur noch 4:3. Und mit Nachspielzeit noch drei Minuten zu gehen. Bezeichnenderweise war in dieser Zeit dennoch die Eintracht einem Treffer näher als der KSV. So erneut Bell Bell, der im einmal mehr glänzend reagierenden Schäfer seinen Meister fand. Wenig später war Schluss.

Auch Anouar Ddaou sprach im Anschluss von einem „etwas kuriosen Verlauf.“ Zugleich wies der Chefcoach darauf hin, sich diese Entwicklung zu Teilen selbst ankreiden zu müssen: „Im Herausspielen und Verwerten von Torchancen waren wir nicht konsequent genug. Insgesamt sind wir sicher nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen.“

 

Eintracht Frankfurt U16 – KSV Baunatal U17 4:3 (2:0)

Frankfurt: Bergbauer – Dinyer, Engel (41. Sy), Türksoy, Alebiosu, Dejanovic, Toure (41. Huseinbasic), Uth (64. Boakye), Kuscu, Weingärtner, Vogler (65. Bell Bell)

Baunatal: Schäfer – Schmidt (59. Zolotov), Valt. Kodra, Vald. Kodra (66. Wilhelm), Fisher (41. Siks), Brandt, Wieczorek, Samson, Özgür (47. Jaafari), Durak, Sobocinski

Tore: 1:0 Kuscu (15., Foulelfmeter) 2:0 Toure (36.) 2:1 Vald. Kodra (47., Handelfmeter) 3:1 Sobocinski (48., Eigentor) 4:1 Türksoy (62.) 4:2 Jaafari (76.) 4:3 Brandt (78., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Rene Filges

Von: Daniel Grawe

 

 


 

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