Historie

Die Eishockeyabteilung von 1959-1991 und die Wiedergründung 2002

Eishockey unter freiem Himmel

Die Eishockeyabteilung der Eintracht wurde 1959 durch Rudi Gramlich gegründet und trug am 14. Januar 1960 in Kronberg unter widrigen Bedingungen (auf einem vereisten Tennisplatz im Licht von Autoscheinwerfern) ihr erstes Spiel aus. Eine standesgemäße Spielstätte konnte aber bereits Ende desselben Jahres bezogen werden: am 10. Dezember 1960 wurde die neben dem Waldstadion errichtete offene Kunsteisbahn eingeweiht, zum Eröffnungsspiel gegen die SG Nürnberg kamen über 10.000 Zuschauer.
Die Eishockey-Eintracht spielte in den Folgejahren (meist vor deutlich geringerer Kulisse) in der Oberliga, bis ihr in der Saison 1968/69 der Aufstieg in die Bundesliga gelang. Der Erfolgstrainer war Georg Kowarik, erfolgreichster Torschütze (12 Tore) war Horst Philipp. Obwohl Philipp in der Folgesaison sogar 26 Treffer erzielen konnte, erreichte die Eintracht nur den 12. Tabellenplatz und stieg wieder in die Oberliga ab.
In der Oberliga-Saison 1976/77 kamen zum Spiel gegen Preußen Berlin nur 36 zahlende Zuschauer. Daraufhin entschloss sich der Abteilungsvorstand, die Heimspiele der Qualifikationsrunde zur 2. Bundesliga den Gegnern zu verkaufen um die Eishockey-Abteilung am Leben zu erhalten. In der Saison 1980/81 spielte die Eintracht in der neuen Eishalle von Rödermark. Trotzdem kamen pro Spiel nur 300-400 Zuschauer. Deswegen beschloss Abteilungsleiter Günther Herold nach 15 Monaten, in die zugige Kunsteisbahn am Waldstadion zurückzukehren.
Fünf Jahre Bundesliga in der Eissporthalle
Wenige Jahre später erhielt die Mannschaft eine neue und sehr attraktive Spielstätte, die neue Eissporthalle am Ratsweg, die am 27. Dezember 1981 mit einem Länderspiel gegen das Olympiateam der Sowjetunion eröffnet wurde. Auch der sportliche Erfolg kehrte zurück, die Mannschaft stieg 1982 in die 2. Bundesliga auf und erlebte in der neuen Halle einen Zuschauerboom. In der Saison 1985/86 gelang sogar der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.
In der Saison 1986/87 wurde der Klassenerhalt nach Platz neun in der Doppelrunde und dem 2.Platz in der Auf/Abstiegsrunde hinter dem BSC Preussen Berlin gesichert. In der zweiten Bundesliga-Saison 1987/88 erreichte man das Play-Off-Viertelfinale, in dem man in drei Spielen gegen den Kölner EC unterlag. Durch stetig wachsende Schulden erlebte die Abteilung eine erste Krise. Nur mit viel Mühe erhielt der Verein die Lizenz für die neue Saison. In der dritten Bundesliga-Saison (1988/89) scheiterte man erst im Play-Off-Viertelfinale nach vier Spielen am SB Rosenheim. Durch den Tod von Günther Herold geriet das Frankfurter Eishockey erneut in eine existentielle Krise.
In der Bundesliga-Saison 1989/90 scheiterte die Eintracht erst im Viertelfinale, erneut an Rosenheim, nach drei Spielen. Die folgende Saison 1990/91 war die sportlich erfolgreichste in der Vereinsgeschichte. Jiří Lála war mit 47 Toren und 59 Assists erfolgreichster Spieler der Eintracht. Unprofessionelles Management, eine teure Mannschaft und fehlende Handlungsfreiheiten der Eintracht Frankfurt Eishockeyabteilung führten jedoch zu einem Schuldenberg von über 7 Millionen DM. Am 1. März 1991 beschloss der Vorstand des Gesamtvereins, die Eishockeyabteilung vom Hauptverein Eintracht Frankfurt abzutrennen, um bei einem möglichen Konkurs der Eishockeyabteilung den Hauptverein nicht zu gefährden.

Die Wiedergründung 2002

 

Die jetzige Eintracht-Eishockeyabteilung trat zum 01. Juli 2002 der Eintracht Frankfurt e.V. bei und entstammt dem EHC Frankfurt 1988 e.V. Die Idee zum Übertritt zur Eintracht wurde im Winter 2001/2002 geboren, als es den Verantwortlichen des EHC zwar gelang, den Verein finanziell zu konsolidieren, aber man sportlich keine Zukunft für den EHC sah. Die Altlasten, die der ehemalige Vorstand den EHC-Verantwortlichen hinterließ (Verbindlichkeiten im fünfstelligen DM-Bereich, nur noch eine spielfähige Mannschaft, obwohl 2 Teams gemeldet waren, keine geregelten Abbuchungen der Beiträge, kein Mitgliederverzeichnis, u.v.m.), waren im Endeffekt zu groß und so entschloss man sich, mit der Frankfurter Eintracht Gespräche bezüglich eines Anschlusses an die SGE zu führen. Diesem Ansinnen wurde letztlich von Seiten der Eintracht stattgegeben und so konnte die SGE die Eishockey-Cracks des (ex-)EHC als 14. Abteilung in der Eintracht-Familie begrüßen.
Seit der Wiedergründung haben mit Jay McNeill und Peter Renner auch namhafte Spieler zur Eintracht gefunden. Nach dem Abstieg aus Hessens höchster Spielklasse in der Saison 2006/2007 gelang dem Team souverän der Wiederaufstieg. Seit der Zusammenlegung der Regionalligen Hessen und NRW zur Regionalliga West spielt die Eintracht in der fünftklassigen Hessenliga und konnte in den vergangenen Jahren immer souverän die Klasse halten. Höhepunkt der jüngeren Abteilungssgeschichte war sicherlich im Jahr 2010 das Auswärtsspiel bei den Kassel Huskies vor 5100 Zuschauern, bei dem die Eintracht mit einem 0:7 noch das knappste aller Vorrundenergebnisse gegen die Übermannschaft der Liga erreichen konnte. Auch in den beiden Folgejahren spielte die Eintracht auswärts vor großen Kulissen: in der Saison 2011/12 reiste die SGE erneut nach Kassel, wo beim Gastspiel gegen die 1b der Huskies 1200 Zuschauer anwesend waren, in der Saison 2012/13 durfte die Eintracht das Eröffnungsspiel bei den wieder eingestiegenen Lauterbacher Luchsen bestreiten und vermieste den Vogelsbergern mit einem deutlichen 9:1-Sieg vor knapp 1000 Zuschauern die sportliche Rückkehrparty.

 

Seit einigen Jahren geht bei der Eintracht auch ein 1b-Team ins Rennen. Nach einem erfolglosen Versuch in der Landesliga spielt die Eintracht-Reserve seit zwei Jahren in der Rhein-Main-Hobbyliga, in der sie im ersten Jahr gleich den Meistertitel holen konnte. Im Herbst 2012 musste gar ein Aufnahmestopp ausgesprochen werden, da inzwischen über 30 Spieler in der 2. Mannschaft aktiv sind und bei weiteren Zugängen ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb nicht gewährleistet wäre. Mittelfristig soll die Rückkehr in die Landesliga angestrebt werden, um für die 1. Mannschaft einen vernünftigen Unterbau darzustellen. Die 1b verfolgt zwei Ziele: zum einen sollen Spieler, die nicht (mehr) in der Hessenligamannschaft spielen möchten oder können, weiterhin die Möglichkeit haben, ihren Lieblingssport auszuüben. Zum anderen sollen durch die 1b talentierte Nachwuchsspieler, die zum Beispiel vom Inlinehockey kommen, an die Leistungsstärke der Hessenligamannschaft herangeführt werden, um mittelfristig in diese aufzurücken. Daher sind auch einige junge 1b-Spieler in den Trainingsbetrieb der 1. Mannschaft integriert und haben durch regelmäßiges Training die Möglichkeit, sich in die Hessenligamannschaft hochzuspielen.

 

Alles in allem ist die Wiederaufnahme der Abteilung Eishockey in die Eintracht eine Erfolgsgeschichte. Durch eine solide und vernünftig wirtschaftende Abteilungsleitung steht die Eishockey-Eintracht auch finanziell auf gesunden und festen Füßen, was im deutschen Eishockey keine Selbstverständlichkeit ist. Es wird nur das ausgegeben, was auch eingenommen wird, und wenn ein Aufstieg finanziell nicht darstellbar ist, wird dieser auch nicht wahrgenommen. Durch diese solide Arbeitsweise ist Eintracht Frankfurt wieder ein hoch angesehener Name im hessischen und deutschen Eishockey, die wirtschaftlichen Abenteuer Ende der 80er Jahre gehören der Vergangenheit an und werden auch nicht wiederkommen.

Die Ziele

In den kommenden Jahren will sich die Eintracht in Hessens höchster Spielklasse etablieren. Ziele wie die 2.Bundesliga oder gar die DEL sind absolut kein Thema bei der Eishockeyabteilung, die derzeit von Alexander Hermann geführt wird. Auch ein Aufstieg in die Regionalliga West, der mit wesentlich mehr Spielen und weiten Auswärtsfahrten verbunden wäre, ist unter den derzeitigen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen nicht zu realisieren. Vielmehr möchte man Amateurspielern aus der Region oder auch "Zugezogenen" die Möglichkeit bieten, unter guten Rahmenbedingungen und zu vertretbaren Kosten ihrem Sport nachzugehen.


 

Kontakt

Alexander Hermann

Abteilungsleiter

eishockey(at)eintracht-frankfurt.de