Aktuelles vom Curling

Zwei Adlerträger in Pyeongchang

Montag, 26. Februar 2018, 15:14

Während in Pyeongchang die Olympischen Spiele gerade vorbei sind, bereiten sich die deutschen Paralympioniken auf die am 9. März startenden Paralympischen Spiele vor. Mit unter den 20 deutschen Athleten: Zwei Adlerträger im Rollstuhlcurling. (Foto Céline Stucki)

Wenn am 4. März die Deutsche Paralympische Mannschaft am Flughafen Frankfurt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Südkorea verabschiedet wird, beginnt auch der Weg der Rollstuhlcurler zu den ersten Paralympischen Spielen seit 2010. Mit an Bord sind dann auch die zwei (Eintracht-)Adlerträger: Heike Melchior und Martin Schlitt.

Der Weg nach Pyeongchang war für das deutsche Team um Melchior und Schlitt lang. Nach der Weltmeisterschaft 2011 wurde Team Deutschland in die B-Klasse eingeteilt. Neuformiert gelang es dem Team 2014 wieder in der internationalen Topklasse mitzumischen. „2011 waren wir als neuformiertes Team totale Newcomer. Die B-Gruppe war in dieser Zeit extrem stark, aber wir haben einen guten Start erwischt. Bei der Qualifikation in Lillehammer 2014 haben wir es auf den zweiten Platz und damit wieder in die A-Gruppe geschafft“, beschreibt Heike Melchior den Weg zur WM 2015. Bei den folgenden Weltmeisterschaften belegte man die Plätze 7, 8 und 9 und etablierte sich somit wieder in den Top Ten der Welt. Im Winter 2017/18 galt es, sich final für Südkorea vorzubereiten. „In der Vorbereitung auf Pyeongchang hatten wir wesentlich mehr Turniere gespielt und mehr Kadertrainings. Allein in den letzten zwei Monaten waren es drei Turnierteilnahmen“, berichtet Martin Schlitt über die Zeit vor den paralympischen Winterspielen. Zur Vorbereitung auf die Paralympics nahm das deutsche Team im Januar und Februar am Eurovia Wheelchair Curling League in Prag, am Kisakallio-Cup in Finnland und bei der British-Open in Schottland teil.

Nach soliden Leistungen in den vergangenen Wettbewerben liegt der Fokus nun voll und ganz auf den Paralympics. „Die Paralympics sind das sportliche Ereignis schlechthin. Darauf haben wir die letzten Jahre hin gearbeitet. Der ganze Freundes- und Bekanntenkreis fiebert mit“, so Schlitt. „Die mediale Präsenz ist aktuell eine ganz andere. Vertreter von Fernsehsendern kamen vorbei, unsere Wettkämpfe werden live übertragen, wir sind bei der Eröffnungsfeier dabei. Das ist für das ganze Team schon eine wirklich besondere Situation“, freut sich Schlitt auf die die anstehenden Wochen. Bevor es final nach Südkorea geht, empfangen die deutschen Paralympioniken am 26. Februar die rückkehrenden Olympioniken am Frankfurter Flughafen. „Das ist eine wirklich schöne Geste. Aber ab da ist auch für uns klar, dass es in die heiße Phase geht“, betont Melchior. Sportlich rechnet man sich in etwa ähnliche Ergebnisse wie bei den Weltmeisterschaften aus. „Mit unserer Leistung sollten wir einen Mittelfeldplatz klarmachen können. An einem guten Tag können wir auch die internationalen Spitzenmannschaften ärgern“, schätzt Schlitt die Chancen des Teams ein.

Wir drücken unseren Eintrachtlern die Daumen und wünschen dem gesamten Team viel Erfolg. Vom Riederwald aus wird fleißig mitgefiebert, denn vielleicht gelingt unseren Adlerträgern ja doch eine Sensation.

Von: Leon Mathieu

 

 

 


 

Abteilung Eissport / Curling

Manfred Hübner
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