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Der eigentliche Turnier-Gewinner in Frankfurt : die Inklusion

Donnerstag, 26. November 2015, 17:36

Zwar haben beim zweiten Bembel-Cup der Curling Abteilung der Frankfurter Eintracht und des DCV (Deutscher Curling Verband)  weder Rollstuhl- noch Gehörlosen-Curler einen Spitzenplatz erzielt, doch ihre Gegner hatten hart zu kämpfen, um ihre Spiele für sich zu entscheiden. Klarer Turniersieger wurde die belgische Mannschaft Rosal.

Nach einer kurzen Begrüssung der 12 Mannschaften mit Spielern und Spielerinnen aus sieben Nationen (Belgien, Deutschland, Finnland, Luxemburg, Italien, Niederlande und Schweiz) durch Turnierleiter Manfred Hübner ging es am Samstagmorgen um 8 Uhr morgens los und die Halle erbebte häufig unter den  Schreien der Skips, die die Wischer zu Höchstleistungen antrieben. Und es zeigte sich auch, dass durchaus Könner am Werk waren, welche es verstanden, ihre Steine zwischen den Guards hindurch oder um sie herum zu zirkeln. Spannend zuzuschauen war auch, wenn sich Teams mit Rollstuhl-Curlern oder einem der beiden Gehörlosen-Teams massen, denn bei letzteren etwa war zu sehen, wie sie auf die Gesten ihres Skips achteten und entsprechend agierten. Und ebenfalls gab es immer wieder ein kurzes Raunen, wenn ein Rollstuhl-Curler seinen Stein zentimetergenau ins Haus schob – hier nämlich ist Wischen nicht erlaubt, können also zu kurz geratene Steine nicht verlängert werden.

Den Eismeistern war es gelungen, in der Halle eine gut präparierte Fläche zur Verfügung zu stellen, zumal wenn man bedenkt, dass die Curler sie mit Eisläufern, Hockeyanern und Eiskunstläufern teilen müssen, die andere Bedürfnisse hegen. Das anfangs etwas stumpfe Eis liess hie und da auch gut gezielte Steine zu kurz geraten, vor allem, wenn der Skip eine weniger genutzte Seite im Rink wählte. Mit zunehmender Spieldauer kamen die Teams immer besser mit dem Eis zurecht, sodass die Resultate vielfach äusserst knapp ausfielen. Der Ärger über misslungene Stein-Abgaben währte denn auch nur kurz, weil der Zeitplan zu gedrängt war, um Platz für Diskussionen zu lassen. Glücklich nannte hingegen der Skip von Rhein-Main seinen letzten Stein im Spiel der zweiten Runde, der mit viel Kraft geschoben, aussen rechts nach vorne schoss und am Schluss doch noch soviel Curl besass, dass er ins Haus drehte und damit das Team ins Final brachte. Gegen den Turnier-Sieger Rosal mit Skip Nicky Sulman, Casper Vermote, Kevin Haesendonck und Bram Vandenbroeck hatte das von Hans Wicki geführte Team mit Oskar Schwarz, Egbert Tölle und Manfred Hübner/Dietmar Knapp jedoch keine Chance und verlor deutlich und kam auf den zweiten Platz. Den dritten Platz erkämpfte sich mit Skip Christoph Möckel das Team KEK Köln.

Im Verlauf des Tages füllte sich die Halle auch jenseits der Bande, und zwar stauten sich die Schlittschuhläufer geradezu, die interessiert den Könnern des anderen Sports zuschauten. Die Wichtigkeit des Inklusions-Turniers unterstrich der Vizepräsident der Sportentwicklung des Hessischen Landes-Sportbundes, Ralf-Rainer Klatt, der die Veranstaltung sehr gelungen fand. Grüsse übermittelten ausserdem Frau Professor Gudrun Doll-Tepper , Vizepräsidentin des DOSB, Frau Karin Fehres vom Vorstand/Sportentwicklung im DOSB und Rolf Müller, Präsident LSBH e.V. Dieter Henning, Leiter der Frankfurter Eissporthalle, war zwar ausser Haus, wünschte der Veranstaltung jedoch ebenfalls viel Erfolg.

Nächstes Jahr kann die Curling-Abteilung der Eintracht ihr 10-jähriges Bestehen feiern. Bereits zeichnet sich ab, dass sie dazu einen gebührenden Rahmen wünscht, etwa dahin gehend, das Turnier um den Bembel-Cup auf zwei Tage auszudehnen.

Von: Hans Wicki

 

 

 


 

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