Ulrich Matheja

Der Schlappekicker

Ulrich Matheja

Steckbrief

Vorname:Ulrich
Nachname:Matheja
Abteilung:Fußball
Beruf:"kicker"-Mitarbeiter
Aufgaben im Verein:Auf der Suche nach einem Torschützen

Einem Tor der Eintracht jagt Ulrich Matheja mittlerweile seit Jahrzehnten hinterher. Es war der 11. November 1945, als  die Adlerträger am Roseggerplatz gegen den 1. FC Nürnberg mit 1:4 unter die Räder kamen. Was heute schlimmer wiegt als die Niederlage einst: Kein Mensch weiß, wer das Frankfurter Tor geschossen hat. „Ich habe sogar eine Zeitzeugin gefunden, die damals auf der Tribüne saß, aber auch sie konnte sich nur an die bittere Kälte erinnern, nicht an den Frankfurter Torschützen“, lacht Ulrich Matheja, der den Treffer nur zu gerne einem Spieler zuschreiben würde. Denn in Mathejas Nachkriegsstatistik sind alle Torschützen vermerkt – und nur der Treffer gegen den Club bleibt namenlos.

Eintrachtfan ist Ulrich Matheja, der 1956 in Frankfurt geboren wurde, schon seit Kindesbeinen. Und engagiert hat er sich auch schon immer, ob beim Fanclub „Nied“ oder direkt am Riederwald. „Bei der Eintracht war ich von 1980 bis 1982 Koordinator für die Fanclubs. Wir haben damals versucht, die Fanszene ein wenig zu bündeln. Ich war Verbindungsmann zwischen den Fanclubs und dem Verein, habe Fanpost beantwortet und mal wegen Kartenanfragen vermittelt. Damals hab ich in Frankfurt studiert und für 10 Mark die Stunde hatte ich bei der Eintracht einen tollen Studentenjob.“

Nach dem zweiten Staatsexamen stand eigentlich der Beruf des Lehrers an. Doch zunächst wurde Ulrich Matheja 1987 arbeitslos. „Da musste ich immer in die Stadt zum Arbeitsamt fahren. Die Fahrten habe ich immer mit einem Besuch im Institut für Stadtgeschichte verbunden, wo ich nach Mannschaftsaufstellungen von Eintracht-Spielen gesucht habe.“ Nach vier Monaten der Arbeitslosigkeit kam ein Angebot vom kicker-sportmagazin. Matheja wurde ganz offiziell „kicker-Mitarbeiter“ und zog, da das Verlagshaus in Nürnberg ist, an die Noris. „Zur Eintracht bin ich an Wochenenden natürlich weiterhin gefahren und donnerstags bin ich immer in die Uni-Bibliothek in Erlangen. Die hatten auch alte Zeitungsjahrgänge, da konnte ich die Eintrachtstatistik vervollständigen. Der Fall der Mauer im Jahr 1989 brachte Uli ganz neue Möglichkeiten. „In der Deutschen Bibliothek in Leipzig liegen viele Zeitschriften auch aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Auch da bin ich fündig geworden.“

1998 konnten sich Eintrachtler erstmals von der großartigen Dokumentationsarbeit Mathejas überzeugen. Im Göttinger Werkstatt-Verlag wurde die erste Ausgabe des Buchs „Schlappekicker und Himmelstürmer“ verlegt. 2003 und 2007 gab es jeweils erweiterte Auflagen des „Schlappekicker“. 2011 erschien Ulrich Mathejas neuestes Werk: „Unsere Eintracht“ ist eine mehr als 400 Seiten starke Liebeserklärung an den Verein, in der nicht nur die Fußballer vorkommen. Jahr für Jahr wird die Entwicklung der Eintracht mit zahlreichen Fotos dargestellt, auch alle großen Erfolge der Abteilungen sind dokumentiert. Und für Freunde der Statistik gibt es ein ganz besonderes Extra. Wer schon immer einmal wissen wollte, wer am 6. März 1904 Spielführer beim Eintracht-Vorgänger FFC Victoria war oder wie viele Spiele Jay Jay Okocha 1991/92 für die Eintracht Amateure bestritten hat (Anmerkung: Spielführer war Hans Riggenbach und Okocha bestritt zwei Spiele), wird nicht enttäuscht. Dem Hardcover beiliegend findet der Leser eine umfassende, 421 Seiten starke Statistik-CD. Lediglich eine Information fehlt beim Durcharbeiten des Werks: Der Torschütze vom Spiel gegen den Club 1945. Aber das fällt in dem großartigen Werk keinem auf. Nur Uli Matheja wird weitersuchen, bis er das Tor endlich zuordnen kann…


 

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