Historie

Am 8. März des Jahres 1899 wird der Vorgängerverein der Eintracht gegründet. Fußballbegeisterte Frankfurter, zu denen sich auch der große Fußball-Pionier Walter Bensemann gesellte, schließen sich im „Frankfurter Fußball-Club Victoria von 1899“ zusammen. Eben so 1899 wird der „Frankfurter Fußball-Club Kickers von 1899“ gegründet. Ihre sportliche Heimat hatten die beiden Fußballmannschaften auf den Hundswiesen (heutige Miquelallee).

Der „Frankfurter Fußballverein“ entsteht

Im Jahre 1911 schlossen sich beide Vereine zum „Frankfurter Fußballverein“ zusammen. Auch räumlich hatte diese Fusion Veränderungen zufolge. Der FFV jagte fortan auf dem damals modernen Fußballplatz an der Eschersheimer Landstraße, dem Rosegger, Toren und Punkten hinterher. Mit diesem Zusammenschluss ging auch ein Mitgliederzuwachs einher. Mit 800 Vereinsmitgliedern überholte man den Ortsrivalen FSV Frankfurt, der in dieser Zeit über ca. 650 Mitglieder verfügte.

Die zweite Fusion

2.250 Mitglieder zählte der Verein 1920 nach der zweiten Fusion mit der „Frankfurter Turn- und Sportgemeinde Eintracht von 1861“. In diesem Zusammenhang trat auch zum ersten Mal die Bezeichnung „Eintracht“ auf den Plan. Zum Sportangebot gehörte nun nicht mehr nur Fußball sondern auch Turnen, Leichtathletik, Fechten, Boxen, Schwimmen, Handball, Hockey, Cricket, Tennis und Rugby. Nach einer Kernsanierung weihte die „Eintracht“ am 5. September 1920 ihr neues Vereinsgelände am Ratsweg 14, gegenüber des Ostparks, ein. Mehr als 300.000 Reichsmark investierte der Verein, um unter anderem ein Fußballstadion mit 30.000 Plätzen (inkl. 1.600 überdachten Sitzplätzen), eine 400-Meter-Laufbahn, eine 120-Meter-Gerade, drei Tennisplätze, ein Schlagballfeld, ein Hockeyfeld, ein Fußball-Übungsfeld, einen Turn- und einen Faustballplatz zu errichten. Die Fachzeitschrift „Der Fußball“ beschrieb die Zuschauerränge als eine „für deutsche Verhältnisse beinahe gigantisch anmutende Tribüne“. Im Jahre 1925 zählten die Turner fast 4.000 Mitglieder. 1927 kam es in Deutschland zur Trennung der Turner und der Fußballer. Aufgrund hartnäckiger Differenzen, die ihren Gipfel im Streit um eine Teilnahme an den olympischen Spielen von 1928 in Amsterdam fand, zwischen der Deutschen Turnerschaft, dem Dachverband der Deutschen Turner sowie dem Deutschen Reichsausschuss für Leibesübungen, in dem die einzelnen Sportverbände organisiert waren, trat die Deutsche Turnerschaft aus dem Reichsausschuss aus und organisierte sich fortan eigenständig. Dies hatte für die Eintracht zufolge, dass die Fusion von 1920 zwischen dem „Frankfurter Fußballverein“ und der „Frankfurter Turn- und Sportgemeinde“ rückgängig gemacht wurde und dass die Vereine als „Turngemeinde Eintracht von 1861“ und als „Sportgemeinde Eintracht von 1899“ weiter existierten. Trotz der Trennung pflegten beide Vereine weiterhin ein freundschaftliches Verhältnis, welches auch durch Beglückwünschungen in den Vereinsheften unterstrichen wurde. In der Sportgemeinde, die 1927 nur noch 1.291 Mitglieder zählte, waren neben der Fußball-Abteilung weiterhin die Sportarten Rugby, Hockey, Tennis, Boxen sowie die Leichtathleten beheimatet. Innerhalb eines Jahres stieg die Mitgliederzahl auf 2.584 an.

Die „Schlappekicker“ werden Süddeutscher Meister

Seit Mitte der 1920er Jahre wurde die Eintracht von der Frankfurter Schuhfabrik „J. & C.A. Schneider“ unterstützt. Der so genannte „Schlappeschneider“, welcher von den jüdischen Geschäftsleuten Fritz und Lothar Adler sowie dessen Cousin Walter Neumann geführt wurde, stellte neben finanziellen Zuwendungen den Fußballern der Eintracht einen Arbeitsplatz zur Verfügung. Zu Zeiten des Amateurfußballs war dieser Arbeitsplatz ein gewaltiges Faustpfand in Verhandlungen mit neuen Spielern. Geackert wurde aber hauptsächlich auf dem Fußballplatz, wie auch die Ehefrau von Franz Schütz zu berichten weiß: „Der Franz war auch ein JCASianer, aber der ist zur Arbeit gekommen, wann er wollte. Die meiste Zeit war sein Schreibtisch leer.“ Die Zusammenarbeit, die vor allem der engagierte Walter Neumann pflegte, war in der Stadt bekannt. So kamen die Fußballer der Eintracht auch zu dem Spitznamen, der heute noch bekannt ist: „Schlappekicker“. Diese Unterstützung ermöglichte den sportlichen Aufstieg der Fußballer zu einem der stärksten Vereine Deutschlands. 1930 gewann die Eintracht zum ersten Mal die Süddeutsche Meisterschaft. 1932 stand man erneut im Finale um die Süddeutsche Meisterschaft und schlug dort die Bayern aus München. Im 32er Finale der Deutschen Meisterschaften revangierte sich der heutige Redkordmeister für die zugefügte Niederlage im Endspiel um die Süddeutsche Meisterschaft und schlug die Eintracht mit 2:0. Aber auch in der Leichtathletik-Abteilung konnten in den späten 1920er und den 1930er Jahren Erfolge gefeiert werden. Neben sechs Weltrekorden brachten Leichtathleten auch olympische Medaillen an den Riederwald. So auch Tilly Fleischer, die 1932 in Los Angeles Bronze und 1936 in Berlin Gold im Speerwurf gewann. Auch die Handballdamen feierten in den 20ern einen großen Erfolg: 1923 gewann man die Deutsche Meiserschaft im Feldhandball. 1934 wurde Ernst Winter in Budapest Weltmeister am Reck.

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 änderte sich vieles für die Eintracht. Mit der „Gleichschaltung“ des Vereins passte man sich der veränderten politischen Lage an. Diese Anpassung bedeutete für viele jüdische Sportler und Funktionäre wie Schatzmeister Hugo Reiss das Aus bei der Eintracht. Sportlich machte die Eintracht dennoch von sich zu reden: 1938 gelangen den Fußballern, den Ruggern und den Tennisherren die Gaumeisterschaft. Während des Krieges schlossen sich die Fußballer der Eintracht und des FSV zu einer Kriegsgemeinschaft zusammen, da beide Vereine nicht in der Lage waren, komplette Mannschaften zu stellen. Durch Bombenangriffe wurde das Vereinsgelände am Riederwald komplett zerstört, die Turnhalle der Turngemeinde Eintracht im Oeder Weg war bis auf einen kleinen Teil des Archivzimmers völlig zerbombt.

Der neue Riederwald

Der neue Riederwald im Jahre 1952

Wieder musste die Eintracht eine neue sportliche Heimat suchen: Den Platz am Ratsweg 14 nahm nach dem Krieg die Trümmerver- wertungsgesellschaft (TVG) ein. Der Rosegger schien aufgrund der limitierten Kapazität von 10.000 Plätzen der Eintracht zu klein, so musste sie bis 1949 warten, bis die Stadt Frankfurt der Eintracht ein neues Gelände zur Verfügung stellte. Auf diesem steht die Geschäftsstelle noch heute. Auch wenn sie schon in der Gemarkung Seckbach liegt, werden die Geschäftsräume nach wie vor „Riederwald“ genannt.

Nachkriegsjahre

Erfolge feierte die Eintracht nach dem Krieg hauptsächlich international. Zum 50. Geburtstag des Vereins besiegte man im Stadion 1949 den FC Basel mit 4:1 sowie den FC Wien mit 3:0. Auf Einladung reisten die Fußballer zu Atletico Madrid, um dieses sensationell 4:3 zu schlagen. Als zweite deutsche Mannschafte reiste die Eintracht auf Einladung des Deutsch-Amerikanischen-Fußballbundes in die USA, um im Rahmen einer „Good-Will-Tour“ für die Völkerverständigung zu werben. 1952 brachte Heinz Ulzheimer zwei Bronzemedaillen von den Olympischen Spielen aus Helsinki zurück. Die 50er waren auch die glorreichen Jahre der Boxabteilung: Erich Walter erkämpfte sich 1954 die Deutsche Meisterschaft im Halbmittelgewicht. Ossi Büttner, in Frankfurt als der „Böse Bub“ bekannt, wurde 1955 und 1956 Deutscher Vizemeister im Schwergewicht. Die Tischtennisdamen begannen Anfang der 50er Jahre ihren Triumphzug und sicherten sich bis 1959 sieben Mal die Deutsche Meisterschaft.

Deutsche Fußballmeisterschaft und das „Jahrhundertspiel

1959 war auch für die Fußballer der Eintracht ein ganz besonderes Jahr: Im Finale um die Deutsche Meisterschaft besiegte man den Mainnachbarn Kickers Offenbach und gewann zum ersten Mal den nationalen Titel. In der darauf folgenden Europapokalsaison erreichten die Mannen um Paul Osswald auch hier das Endspiel und lieferten sich mit den Ballkünstlern von Real Madrid, die u.a. mit Alfredo Di Stephano und Ferenc Puskas aufwarteten, das „Spiel des Jahrhunderts“. 1963 gehört die Eintracht zu den Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga, die man in ihrer ersten Saison als drittplatzierte Mannschaft beendete.

Es kommt zusammen, was zusammen gehört

1968 vereinigen sich erneut die „Sportgemeinde Eintracht von 1899 e.V.“ und die „Turn- und Fechtgemeinde Eintracht Frankfurt von 1861 e.V.“. Neuer Name: Eintracht Frankfurt e.V. Im gleichen Jahr feierten die Tennisherren die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft und landeten ein Jahr später im Europapokal der Landesmeister auf dem dritten Platz. Eine weitere Blüte erlebte die Boxabteilung Ende der 1970er Jahre. 1979 wurde Reiner Hartmann Deutscher Meister im Schwergewicht, er wechselte daraufhin zu den Profis, wo er ebenfalls Deutscher Meister wurde.

Weltmeister und Pokalsieger

Mit Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein gewannen 1974 den DFB-Pokal mit der Eintracht, die im gleichen Jahr mit der Deutschen Nationalmannschaft den Weltmeistertitel bejubeln durften. 1975 konnte der DFB-Pokal verteidigt werden. Vier Jahre später erboxte sich Reiner Hartmann den Deutschen Schwergewichtsmeistertitel. Mit dem Übergang in die 80er Jahre holten sich die Riederwälder den UEFA-Cup. Ebenso jubeln durfte 3.000m-Läuferin Birgit Friedmann, die Weltmeisterin wurde. Ein Jahr später sicherte sich die Eintracht zum dritten Mal den DFB-Pokal, welchen man 1988 zum letzten Mal gewann.

Die 90er und die Jahrtausendwende

Begeisterten die Fußballer die Masse zu Beginn der 90er Jahre mit dem so genannten „Fußball 2000“ und schrammte man nur denkbar knapp an der zweiten Deutschen Fußballmesiterschaft vorbei (1992), stand im Jahre 1996 der erste Abstieg der Eintracht an. Zwei Jahre später schafften die Kicker den Aufstieg ins Fußballoberhaus, um 1999 im letzten Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern sensationell den Klassenerhalt zu erreichen. Im Jahre 2001 kommt es zum zweiten Abstieg der Fußballer. 2002 wird in aller letzter Sekunde die Lizenz gesichert und der Abstieg in die Amateurklasse abgewendet. 2003 schafft die Mannschaft durch ein 6:3 am letzten Spieltag gegen den SSV Reutlingen den erneuten Aufstieg in die erste Bundesliga. Nach dem dritten und letzten Abstieg gelang postwendend der Wiederaufstieg. Die 90er waren die wohl erfolgreichsten Jahre der Hockeyabteilung: 1991 gewannen die Damen die Deutsche Feldhockeymeisterschaft, 1997 die Deutsche Hallenhockeymeisterschaft. Im Jahre 1990 gewannen die Damen sensationell den Europapokal der Pokalsieger, nachdem sie ein Jahr zuvor den nationalen Pokal gewonnen hatten.


 

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